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04.09.2010
 

Kunduz-Affäre

Erstes Bombenopfer verklagt Bundeswehr auf Schadensersatz

Von Matthias Gebauer

Bombenopfer Abdul Malek: Der Afghane fuhr einen der angegriffenen TanklasterZur Großansicht
SPIEGEL ONLINE/ Shoib Najafizada

Bombenopfer Abdul Malek: Der Afghane fuhr einen der angegriffenen Tanklaster

Der fatale Luftangriff auf zwei Tanklaster nahe dem afghanischen Kunduz liegt ein Jahr zurück, jetzt klagt das erste Opfer auf Schadensersatz gegen die Bundeswehr. Ein LKW-Fahrer fordert finanziellen Ausgleich - und eine medizinische Behandlung in Deutschland.

Hamburg - Ein Jahr nach dem vom deutschen Oberst Georg Klein befohlenen Bombenangriff auf zwei von den Taliban entführte Tanklaster bei Kunduz in Nordafghanistan hat das erste Opfer eine Klage auf Schadensersatz gegen die Bundeswehr eingereicht.

In der Klage (Geschäftszeichen 1 O 334/10), die am Freitag beim Landgericht Bonn einging, fordern die beiden Berliner Rechtsanwälte Andreas Schulz und Markus Goldbach für den afghanischen Lastwagenfahrer Abdul Malek eine finanzielle Entschädigung, da dieser noch immer unter den Folgen des Angriffs leide.

Malek hatte die Bombardierung knapp überlebt, wurde dabei verletzt und klagt bis heute über psychische Schäden, Schlaflosigkeit und einen starken Tinnitus. Bisher erhielt der LKW-Fahrer keine deutsche Hilfe. Bei der Auszahlung von insgesamt 430.000 Dollar für die Familien der Opfer des Bombardements durch die Bundeswehr wurde er nicht berücksichtigt. In der Klage wird der Streitwert "vorläufig" mit 50.000 Euro benannt.

Neben einer Wiedergutmachung für Malek fordern die Anwälte auch eine medizinische Behandlung ihres Klienten in Deutschland. Bei dem Bombardement der beiden Tanklaster am frühen Morgen des 4. Septembers waren viele Zivilisten getötet worden, die Bundeswehr hat mittlerweile an 86 Familien ohne Anerkennung einer Rechtspflicht jeweils 5000 Dollar gezahlt.

Selbstmordattentat in Kunduz

Ein Selbstmordattentäter hat in Kunduz am Samstag sechs Menschen mit in den Tod gerissen und fünf weitere verletzt. Der Mann sprengte sich auf einem Motorrad in der Provinzhauptstadt Kunduz in die Luft, wie Polizeichef Abdul Rasak Jakubi erklärte. Bei den Toten handelt es sich um fünf Polizisten und einen Zivilisten.

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insgesamt 49 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
19.09.2010 von Nick No.23: Deutschland schon im Krieg?

David Petraeus, Oberbefehlshaber der Natotruppen im Kunduz - Afghanistan, bestätigt, wie gefährlich der Einsatz im Kunduz ist, wo seit Tagen deutsche Truppen im Gefächt stehen. "Die Operationen in Baklan dauern an und sind [...] mehr...

05.09.2010 von Hans58:

Vor keinen Gerichten in AFG. Da Soldaten hoheitlich tätig sind, können sie nicht gegen "Gegner" klagen, das könnte ggf. nur die Bundesrepublik selbst. Forderungen von Soldaten aus dem Dientverhältnis müssen in [...] mehr...

05.09.2010 von pitterw: Lernfähig

Danke für die Aufklärung, auch an turo, Nr. 46. Da habe ch ja wohl etwas falsch gelegen. Mindestens gehörte der Mann aber weder zu den Entführern der Tanklastzüge noch zu den herbeigeeileten Benzindieben. Man darf also auf das [...] mehr...

05.09.2010 von Hans58: Kein Titel

Er fuhr nicht im Auftrag der Bw und der Sprit war nicht für die Bw vorgesehen. Wie das Transportwesen in AFG abläuft, hat sehr anschaulich der Forist simpelkopp wenige Stunden vor Ihrem Beitrag hier dargelegt. [...] mehr...

05.09.2010 von turo: Nun halten Sie bitte mal die Luft an.

Der Mann war bei einer afghanischen Transportfirma angestellt, die für Isafaufträge sich anheuern ließ. Wenn er auf Schadenersatz Ansprüche stellen will, muss er es bei seinen Afghanischen Arbeitgeber tun, der bei der Isaf [...] mehr...

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Was nach dem Luftangriff geschah

4. September 2009

AP
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) verteidigt den Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklaster. Den Angriff, bei dem auch Zivilisten sterben, hat der deutsche Oberst Georg Klein angefordert. Die Taliban hätten gedroht, "auch und gerade vor den Bundestagswahlen Anschläge auf die Bundeswehr" zu verüben, erklärt Jung. "Deshalb war es eine sehr konkrete Gefahrenlage, wenn die Taliban in den Besitz von zwei Tanklastwagen gekommen sind, die hier erhebliche Gefahr für unsere Soldaten bedeutet haben." An den folgenden Tagen bezeichnet Jung den Luftangriff wiederholt als "geboten".

Mehr über die Kunduz-Affäre auf der Themenseite...

5. September 2009

8. September 2009

11. September 2009

29. Oktober 2009

6. November 2009

26. November 2009

27. November 2009

2. Dezember 2009

3. Dezember 2009

16. Dezember 2009

9. März 2010

18. März 2010

19. März 2010

19. April 2010

19. August 2010



Länderlexikon Afghanistan

Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon




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