Bagdad - Bei einem Autobombenanschlag und einer anschließenden Schießerei in Bagdad sind am Sonntag zwölf Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden. Ziel des Anschlags waren das Hauptquartier der elften irakischen Heeresdivision und ein Rekrutierungszentrum der Streitkräfte im zentral gelegenen Stadtviertel Bab al-Muasam. Unter den Toten waren nach offiziellen Angaben fünf Soldaten. Unmittelbar nach der Detonation des Autos versuchten Bewaffnete laut Polizei am helllichten Tag, das Hauptquartier zu stürmen. Anwohnern zufolge dauerte das Gefecht mehr als eine Stunde.
Nach Angaben eines Armeesprechers fuhren insgesamt fünf Selbstmordattentäter in der Nähe des Eingangs des Gebäudes vor. "Einer stieg aus dem Minibus. Die Sicherheitskräfte schossen auf ihn und er sprengte sich in die Luft." Zwei weitere Attentäter seien in ein benachbartes Gebäude geflohen. Sie lieferten sich den Angaben zufolge einen Schusswechsel mit Soldaten und zündeten dann ihre Sprenggürtel. Die übrigen zwei Angreifer wiederum sprengten sich mit dem Bus in die Luft.
Erst am 17. August hatte sich ein Selbstmordattentäter vor demselben Hauptquartier in die Luft gesprengt und 61 Rekruten in den Tod gerissen. Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte vergangene Woche wegen drohender Terroranschläge die höchste Alarmstufe ausgerufen. Es drohten Anschläge, die Furcht und Chaos säen sollten, erklärte er.
Seit dem schrittweisen Abzug der US-Truppen nehmen die Extremisten verstärkt einheimische Sicherheitskräfte ins Visier. Vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Barack Obama den Kriegseinsatz im Irak für beendet erklärt. Die knapp 50.000 noch im Irak verbleibenden US-Soldaten sollen sich auf die Ausbildung und Beratung der einheimischen Truppen beschränken und das Land bis Ende 2011 verlassen.
Der Abzug der US-Kampftruppen hatte zuletzt Befürchtungen bezüglich der ohnehin angespannten Sicherheitslage im Irak genährt, wo wieder häufiger Anschläge verübt werden. Das Land hat sechs Monate nach der Parlamentswahl noch immer keine Regierung. Eine Einigung kam bislang nicht zustande, weil aus der Wahl am 7. März kein klarer Sieger hervorging.
sto/apn/AFP/Reuters
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