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05.09.2010
 

Moldau

Referendum scheitert an zu geringer Beteiligung

Wahlhelfer in Moldau: Die Krise hält anZur Großansicht
REUTERS

Wahlhelfer in Moldau: Die Krise hält an

Die Krise in Moldau hält an: Ein Referendum über die Wiedereinführung der Direktwahl des Präsidenten ist offenbar gescheitert. Zwar sprachen sich knapp 90 Prozent für den Vorschlag der proeuropäischen Regierungsallianz aus. Doch die Wahlbeteiligung lag unter der vorgeschriebenen Mindestquote.

Chisinau - Ein Verfassungsreferendum im südosteuropäischen Staat Moldau, mit dem eine monatelange Staatskrise beendet werden sollte, ist am Sonntag wegen mangelnder Beteiligung offenbar gescheitert. Dem vorläufigen Endergebnis zufolge nahmen 29,67 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung teil, 33 Prozent wären erforderlich gewesen. Das berichteten Medien am späten Sonntagabend aus dem östlichen Nachbarland Rumäniens. Das endgültige Ergebnis wird für diesen Montag erwartet. Die Abstimmung sollte die Direktwahl des Präsidenten ermöglichen.

"Das vorläufige Ergebnis der Beteiligung von 29,67 Prozent ist repräsentativ und praktisch endgültig", sagte der Sekretär der Wahlkommission, Juri Cocan, bei einer Pressekonferenz in Chisinau. "Ein Drittel der Wähler musste teilnehmen, damit das Referendum gültig ist", fügte er hinzu.

Mit der Verfassungsänderung wollte die regierende Vier-Parteien-Koalition von Regierungschef Vlad Filat das seit mehr als einem Jahr anhaltende Machtvakuum beenden. Bislang hatten sich Reformkräfte und Kommunisten im Parlament in der Hauptstadt Chisinau gegenseitig blockiert. Moldau gehört zu den ärmsten Ländern Europas.

Parlamentspräsident Mihai Ghimpu, zugleich kommissarischer Staatschef, machte am Sonntagabend die Opposition für das Scheitern des Referendums verantwortlich. Die Kommunisten, die mit Vladimir Voronin zuletzt den Präsidenten gestellt hatten, hatten zu einem Boykott der Volksabstimmung aufgerufen. Regierungschef Filat plädierte für baldige Parlamentswahlen. Es sei keine "Tragödie", falls die Volksabstimmung gescheitert sei, sagte Filat. "In dem Fall müssen wir auf der Grundlage des Gesetzes handeln."

luk/dpa/apn

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Länderlexikon Moldau

Bevölkerung: 3,576 Mio.

Hauptstadt: Chisinau

Staatsoberhaupt: Marian Lupu

Regierungschef: Vlad Filat

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