• Drucken
  • Senden
  • Feedback
06.09.2010
 

Atombehörde

IAEA wirft Iran Behinderung von Inspekteuren vor

IAEA-Chef Yukiya: Kritik an Irans KooperationsbereitschaftZur Großansicht
AP

IAEA-Chef Yukiya: Kritik an Irans Kooperationsbereitschaft

Die Internationalen Atomenergiebehörde wirft Iran Behinderungen bei der Überwachung seines Atomprogramms vor. Das Land soll zwei Inspekteuren den Zutritt zu den iranischen Atomanlagen verweigert haben. Darunter könne die Überwachung des Programms leiden, warnte die Behörde.

Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat zunehmend Schwierigkeiten bei der Überprüfung des umstrittenen iranischen Atomprogramms. Das geht aus einem Iran-Bericht der Behörde hervor, der am Montag in Wien vorgelegt wurde. Darin kritisieren die Atomwächter zusätzlich zu den bestehenden Problemen, dass Iran in letzter Zeit wiederholt Atominspektoren abgewiesen habe. Diese hätten dann durch andere ersetzt werden müssen.

Auch wenn Iran dazu das Recht habe, erschwere solch ein Verhalten die Arbeit der IAEA, sagte ein mit den Untersuchungen vertrauter Diplomat in Wien. Es brauche Zeit, neue Experten in das Land zu schicken, und setze die Inspektoren in dem Land unter Druck.

In seinem Bericht kritisiert IAEA-Chef Yukiya Amano das islamische Land auch in anderen Bereichen wegen fehlender Kooperation mit der IAEA oder der Missachtung internationaler Verpflichtungen. Entgegen des Willens des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen reicherte das Land laut Bericht inzwischen 2803 Kilo Uran niedrig an. In weiterverarbeiteter Form würde das nach Einschätzung von Experten für knapp drei Atombomben reichen.

Viele Länder verdächtigen Iran seit Jahren, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Das Land bestreitet die Vorwürfe und bekräftigt stets, sein Atomprogramm nur für die Stromgewinnung und zu medizinischen Forschungszwecken zu verfolgen. Erst diesen Sommer hatten der UN-Sicherheitsrat und die EU verschärfte Sanktionen beschlossen.

luk/dpa/AFP/ddp

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1666 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
12.09.2010 von glücklicher südtiroler: Iran...

Der Iran ist in Asien von mächtigen Nachbarn umgeben und ich denke mal auch die iranische Führung weis, daß unbedachte Handlungen sehr schnell zum eigenen Nachteil werden können. Hätte es selbst ein nukleares Potenzial; das der [...] mehr...

12.09.2010 von Gandhi: Haben China und Russland ein Interesse daran,

dass andere Staaten in der Region Atomwaffen besitzen? Wohl kaum. China und Russland haben ein Interesse daran, dass die Region ruhig bleibt. Das zwingt sie dazu, gegen die Interessen der anderen Seite zu arbeiten, quasi als [...] mehr...

12.09.2010 von Michael Schnarch:

Israel ist zumindest nicht auf Auslandshilfe angewiesen wie eine der renommierten Rating-Agenturen belegt.. Israel is emerging from the global recession faster than many other countries, although it's now struggling to [...] mehr...

12.09.2010 von Michael Schnarch:

Ich denke nicht, dass Russland und China, die beide seit Jahren gegen den islamistischen Terror kämpfen (die einen im Kaukasus, die anderen in Sinkiang) großes Interesse am Wohlergehen des Islamismus a la Teheran haben. [...] mehr...

12.09.2010 von glücklicher südtiroler: Iran, Sanktionen, Nachbarn...

Natürlich haben die Russen kommerzielle Interessen; was Gegenteiliges hab' ich auch nicht geschrieben... Aber nicht nur die Russen haben kommerzielle Interessen im Iran... China is now Iran's top trading partner [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Iranisches Atomprogramm

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

Sanktionen

Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung

Länderlexikon Iran

Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 73,974 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Mahmud Ahmadinedschad

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon


Uran und Atomwaffen

Uran

Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.

Anreicherung

Einsatz in Atomwaffen





TOP



TOP