Von Andreas Lorenz, Peking
Im strömenden Regen übten mehrere tausend Anwohner Pjöngjangs und Mitglieder der " Kim Il Sung Jugendliga" in den vergangenen Tagen Aufmärsche und schwenkten rosa Puscheln. Sie sollen nicht nur den 62. Jahrestag der Gründung ihres Staates, sondern auch eine Konferenz der "Arbeiterpartei" feiern. Nach jüngsten Informationen aus Südkorea werden am 9. September rund 2000 Delegierte zusammentreffen.
Nach 1958 und 1962 kommen die nordkoreanischen Kommunisten erst zum dritten Mal zu solch einer Tagung zusammen. Sie findet vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise statt.
Die wichtigste Aufgabe der Konferenz ist es offenbar jedoch nicht, die Mangelwirtschaft zu mildern, sondern die Nachfolge des kränkelnden "Generals" Kim Jong Il, 68, abzunicken. Der Herrscher, der wohl 2008 einen Schlaganfall erlitten hat, will das politische Erbe seiner Familie sichern.
Kaum ein Land ist geheimnisvoller als das abgeschottete Nordkorea - und so ranken sich auch um die Personalie des Erbfolgers unendlich viele Spekulationen und Gerüchte. Kims dritter Sohn Jong Un soll der Favorit sein. Die meisten Nordkoreaner wissen bislang nicht, wie er aussieht, wie alt er ist (wohl 27 oder 28), ob er gar andere politische Ideen hat als sein Vater. Nur so viel scheint klar: Er ist in der Schweiz unter einem anderen Namen zur Schule gegangen. Er dürfte deshalb Französisch sprechen, vielleicht auch Deutsch.
Der Machtwechsel vom Vater zum Sohn könnte Jahre dauern
Er soll bereits in den vergangenen Monaten alle Akten gelesen haben, die seinem Vater vorgelegt wurden, wollen südkoreanische Quellen wissen. Auch heißt es, der junge Mann sei bereits Chef einer Abteilung der Geheimpolizei.
Warum gerade er und nicht einer seiner zwei Brüder vom Papa auserkoren wurde, liegt ebenso im Dunkeln wie der Posten, den er in der Partei erhalten wird. Fest steht: Das Politbüro der Arbeiterpartei ist nicht mehr die mächtigste Instanz im Lande. Dies ist die "Nationale Verteidigungskommission". Das heißt: Selbst wenn der Filius eine wichtige Position bekäme, wäre sein Vater als Vorsitzender dieses Gremiums immer noch der höchste Herrscher des Landes.
Experten gehen davon aus, dass der Wechsel vom Vater zum Sohn je nach Gesundheit des Seniors mehrere Monate, wenn nicht Jahre dauern wird.
Kaum jemand glaubt allerdings, dass er so mächtig werden könnte wie sein Vater oder Großvater. Wahrscheinlicher ist eine Führungsriege, in der Militärs und Parteifunktionäre dem Erben zur Seite gestellt werden.
Blumiger Kommentar in der Parteizeitung
Eine Schlüsselrolle scheint dabei Jong Uns einflussreicher Onkel Jang Song Thaek zu spielen, der sowohl in der Verteidigungskommission als auch in der Partei arbeitet. Jang kontrolliert die Finanzen der Kommission, des Kabinetts, der Sicherheitsorgane und der Justizbehörden. Außerdem soll er für das Verhältnis zum Verbündeten China verantwortlich sein. Er hält offenkundig schützend die Hand über seinen Neffen.
Dass sich etwas in der Kim-Nachfolge tut, erfuhr die Bevölkerung jüngst unter anderem durch einen blumigen Kommentar in der Parteizeitung "Rodong Shinmun": "Den Sieg und den Ruhm der Berg-Paektu-Generäle (Staatsgründer Kim Il Sung und der heutige Machthaber Kim Jong Il - d. Red.) weiterzutragen, in dem man sie respektvoll unterstützt, ist die unerschütterliche Haltung der kommenden Generation."
Um die Konferenz zu sichern, wurden mittlerweile die Sicherheitsvorkehrungen in Pjöngjang verstärkt. Polizisten räumen illegale Märkte ab und kontrollieren Passanten.
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Anders als die deutschen Lande, welche sich durch die Aufwerfung des Autobahnbauers zum absoluten Tyrannen und dessen ideologischen Unfug, selbst ins Unglück stürzen (wobei die militärisch-diplomatische Unfähigkeit des [...] mehr...
Hätten die Machthaber ihre Bevölkerung nicht unterdrückt und hungern lassen, könnte sich auch ein Volk erheben und die Machthaber vom Thron jagen. Genauso haben es eigentlich alle anderen Machthaber wie Stalin, Mao oder Hitler [...] mehr...
Ja, so ein Atomkrieg wäre schon eine feine Sache und würde den Unterdrückten sicherlich weiterhelfen. Die UN wird derlei aber nicht nur wegen des mangelnden Öls nicht machen, sondern allein schon deshalb, weil China ein [...] mehr...
Daß Kim Jong Il gar kein Dummerle ist. Der weiß schon wie der Hase läuft. mehr...
Hätte Kim Jong-un das im Sinn, wäre er hundertprozentig nicht der Nachfolger. Der Wechsel auf dem Nachfolger ist immer ein fragiler Moment. Es gibt kein Gottesgnadentum und eine automatische Erbfolge des ältesten Sohn [...] mehr...
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