ThemaItalienRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
07.09.2010
 

Machtkampf in Italien

Berlusconi will Rivalen Fini verdrängen

Italiens Premier Berlusconi: "Ein ernstes Problem für den Staat"Zur Großansicht
REUTERS

Italiens Premier Berlusconi: "Ein ernstes Problem für den Staat"

Die Kritik von Gianfranco Fini an Italiens Regierungschef Berlusconi war heftig, die Reaktion kommt prompt: Berlusconi geht nun gegen seinen einstigen Verbündeten vor. Er will Fini als Parlamentspräsidenten absetzen lassen.

Rom - Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat viele Kritiker, der schärfste unter ihnen ist wohl sein einstiger Verbündeter Gianfranco Fini. Berlusconi will ihn nun aus seinem Amt als Parlamentspräsident drängen. Berlusconi und Umberto Bossi vom Koalitionspartner Lega Nord würden dazu in den kommenden Tagen ein Treffen mit Staatspräsident Giorgio Napolitano beantragen und ihn bitten, Fini abzusetzen, hieß es in einer Erklärung in der Nacht zum Dienstag.

Fini war nach langem parteiinternem Geplänkel von dem Ministerpräsidenten und dem Großteil der Parteispitze Ende Juli über Nacht aus der gemeinsamen Regierungspartei "Volk der Freiheit" (PdL) geworfen worden. Anschließend hatte er 34 Anhänger in einer neuen Fraktion Futuro e Libertà (Freiheit und Zukunft) um sich geschart.

Berlusconi verfügt somit nicht mehr über die absolute Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Seit dem Zerwürfnis schmiedet der Ministerpräsident an neuen Allianzen, noch im September will er die Vertrauensfrage stellen.

Fini hatte am Sonntagabend das "Ende" der Regierungspartei PDL verkündet, Berlusconi jedoch einen "Pakt" bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 angeboten. Bei seiner Rede vor Tausenden von Anhängern im norditalienischen Mirabello sparte er nicht an Angriffen auf Berlusconi. "Regieren ist nicht gleich kommandieren", das müsse auch Berlusconi verstehen, rief er in seiner leidenschaftlichen und mehr als einstündigen Ansprache.

Berlusconi äußerte sich am Dienstag nicht persönlich, veröffentlichte aber eine Erklärung. Darin wurden die Äußerungen Finis als "inakzeptabel" und "unvereinbar" mit seinem Amt bezeichnet. Fini verhalte sich gegenüber der Parlamentsmehrheit und der Regierung "feindselig". Diese "schwerwiegende Situation" stelle ein "ernstes Problem" für das reibungslose Funktionieren der staatlichen Institutionen dar. Bereits Ende Juli hatte Berlusconi Fini aufgefordert, seinen Posten als Parlamentspräsidenten zu räumen.

Zwischen den seit Mitte der neunziger Jahre verbündeten Politikern Fini und Berlusconi war vor mehreren Monaten ein offener Streit entbrannt. Knackpunkte sind vor allem Finis Kritik an Immunitätsgesetzen, die Berlusconi vor Strafverfolgung in Korruptionsfällen schützen sollen, sowie der seiner Ansicht nach zu große Einfluss der Lega Nord. Die fremdenfeindliche Partei war gestärkt aus den Regionalwahlen Ende März hervorgegangen.

kgp/AFP/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1 Beitrag zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.09.2010 von kuriosos: lol

interessanterweise war ich bis montag noch in italien, bei der familie meiner frau. zum einen spielt berlusconi dort in den alltagsgesprächen kaum eine rolle zum anderen finden derlei querelen dort so gut wie kein medienecho. [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Italien

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Länderlexikon Italien

Fläche: 301.336 km²

Bevölkerung: 60,551 Mio.

Hauptstadt: Rom

Staatsoberhaupt: Giorgio Napolitano

Regierungschef: Mario Monti

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Italien-Reiseseite







TOP



TOP