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08.09.2010
 

US-Fundamentalisten

Clinton nennt Plan für Koran-Verbrennung schändlich

Die US-Regierung müht sich, ihre Landsleute gegen die geplante Koran-Verbrennung im Bundesstaat Florida zu mobilisieren. Außenministerin Clinton nannte das Vorhaben schändlich, ihr Sprecher appellierte an die Besinnung auf amerikanische Werte. Die Fundamentalisten in Gainesville stört das wenig.

Washington - Die US-Regierung ist empört über die geplante öffentliche Koran-Verbrennung durch eine radikale Kirchengemeinde in Florida. US-Außenministerin Hillary Clinton kritisiert das Vorhaben scharf. Das Vorhaben sei "respektlos" und "schändlich", sagte Clinton am Dienstagabend in Washington.

Ähnlich äußerte sich ihr Sprecher Philip Crowley, der von einer Provokation sprach. Die Aktion sei "islamfeindlich", "unamerikanisch" und spalte die Gesellschaft. "Wir möchten, dass mehr Amerikaner aufstehen und sagen: Das verträgt sich nicht mit unseren amerikanischen Werten", sagte Crowley. Crowley betonte, dass die Pläne von einer "extrem kleinen" Religionsgemeinschaft in der Stadt Gainesville in Florida geschmiedet worden seien. Die Welt dürfe Amerika "nicht an der Aktion eines Pastors oder seiner 50 Anhänger" messen.

Das evangelikale Dove World Outreach Center in der 120.000-Einwohner-Stadt Gainesville hat den 11. September zum "Internationalen Tag der Koran-Verbrennung" erklärt. Auf der Web-Seite der Gruppe heißt es, der Islam solle als "gewalttätige und repressive Religion" entlarvt werden. In einem Video auf der Web-Seite behauptet der Gemeindepastor Terry Jones, der Koran sei "für den 11. September verantwortlich".

In den USA ist Gotteslästerung nicht strafbar, sondern wird vom Recht auf Meinungsfreiheit nach dem Ersten Verfassungszusatz geschützt. Die Behörden in Gainesville haben die Genehmigung der Aktion mit der Begründung verweigert, sie verstoße gegen die Feuerschutzbestimmungen. Bürgermeister Craig Lowe nannte die Gruppe auf seiner Web-Seite eine Schande für seine Stadt. Nach Angaben aus Polizeikreisen sind Morddrohungen gegen Jones eingegangen. Das FBI und andere Bundesbehörden unterstützten nun die Polizei vor Ort.

Der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, fürchtet nun, eine Verbrennung des Koran könne Anschläge gegen amerikanische Soldaten provozieren. In Kabul kam es bereits zu Protesten vor einer Moschee. Aufgebrachte Gläubige verbrannten amerikanische Flaggen und riefen "Tod für Amerika".

Jones: "Wir müssen uns dem Islam entgegenstellen"

Jones ficht das nicht an. Er nannte die Sorgen von Petraeus zwar berechtigt, die Verbrennung will er aber trotzdem nicht absagen. "Wir müssen eine klare Botschaft an den radikalen Islam senden, dass wir seine Drohungen und die Verbreitung von Angst hier bei uns in Amerika nicht tolerieren", tönte er. Dem Sender CNN sagte Jones, es wäre tragisch, wenn jemand wegen der Aktion in Florida ums Leben kommen würde. "Trotzdem muss ich sagen, wir sind der Meinung, dass wir uns früher oder später dem Islam werden entgegenstellen müssen", erklärte er. "Wenn wir das nicht tun, wird er nicht verschwinden."

In Washington verurteilten Vertreter christlicher, jüdischer und muslimischer Glaubensgemeinschaften die geplante Verbrennung einhellig und mahnten religiöse Toleranz an. In den USA mache sich "Angst und Intoleranz" breit, hieß es mit Blick auf jüngste Proteste gegen den geplanten Bau eines muslimischen Kulturzentrums in der Nähe der Anschläge vom 11. September in New York.

Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, der sich in Washington aufhielt, äußerte sich besorgt. Koran-Verbrennungen widersprächen "allen Werten, für die wir stehen und für die wir kämpfen", zitierte ihn die "Washington Post".

2006 hatten Karikaturen des Propheten Mohammed in dänischen Zeitungen gewaltsame Proteste in der muslimischen Welt ausgelöst, bei denen über 20 Menschen getötet worden. Auch eine Rede von Papst Benedikt XVI. 2006 in Regensburg, in dem er den Islam durch ein historisches Zitat mit Gewalt in Verbindung brachte, führte zu Unruhe und Protesten.

ffr/dpa/Reuters

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09.09.2010 von Zephira: Antwort

Wollen Sie etwa behaupten, der Zweite Weltkrieg war eine Einzelaktion Hitlers? Natürlich repräsentierte Hitler Deutschland, und natürlich entsprachen seine Handlungen dem Willen der Bevölkerung. Sonst hätte er erstens nicht an [...] mehr...

09.09.2010 von udo46: xxx

Sie propagieren nicht nur ein menschenverachtendes Weltbild (z. B. Todesstrafe für sog. Ehebruch), sondern verstehen nicht einmal, dass Sie mit diesem Weltbild kulturell, wissenschaftlich, ökonomisch etc. immer mehr und immer [...] mehr...

09.09.2010 von kahlo: Dah

Und ist Amin Al Husayni der Islam? Hitler ist doch auch nich Deutschland oder Österreich! Ich bin bestimmt kein feind der Tatsachen ich lasse wenigstens alle Tatsachen zu! Auf die letzte Frage geh ich erst gar nicht ein. mehr...

09.09.2010 von bosemil: Was für eine Begründung

Verzeihung, das ist aber eine ziehmlich perverse Begründung mit der sie da versuchen zu bagatellisieren. mehr...

09.09.2010 von Schweigbrecher: Unvereinbarkeit

Ihr Beitrag ist ein gutes Beispiel für die Unvereinbarkeit einer an den allgemeinen Menschenrechten orientierten Gesellschaftsform mit Gesellschaftsformen, die sich an islamischem "Recht" orientieren. Genau deshalb [...] mehr...

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Der arabische Begriff "Islam" bedeutet "Unterwerfung", gemeint ist "unter den Willen Gottes". Er bezeichnet die jüngste der drei monotheistischen Weltreligionen. Der Islam entstand im siebten Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel im heutigen Saudi-Arabien. Schon bald nach dem Tod des Propheten Mohammed stieg das islamische Reich zur Weltmacht auf.

Islam , Christentum und Judentum eint Vieles, zum Beispiel die zentrale Bedeutung der Beziehung zwischen Gott, dem Schöpfer, und dem Menschen, seinem Geschöpf. Auch spielen viele aus dem Alten und Neuen Testament bekannte Propheten eine Rolle im Islam.

Die fünf Säulen des Islam sind das Glaubensbekenntnis, das fünfmalige tägliche Gebet, die Spende an die Armen, das Fasten im Monat Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka .

Über eine Milliarde Menschen bekennen sich zum Islam, in über 50 Staaten stellen Muslime die Mehrheit die Bevölkerung. Rund zehn Prozent der Muslime sind Schiiten, fast alle übrigen Sunniten.

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