Von Jan Puhl
Hamburg - Der eine nannte sich Albert, der andere Mike. Sie sollen sich vor acht Jahren in einem CIA-Geheimgefängnis in Polen den Gefangenen Abd al-Rahim al-Nashiri vorgeknöpft haben. Der Ägypter war von der CIA festgesetzt worden, weil er im Verdacht stand, an dem Anschlag auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" im Oktober 2000 beteiligt gewesen zu sein.
Albert und Mike hielten dem gefesselten und nur mit einer Kapuze bekleideten Mann eine laufende Bohrmaschine ans Ohr und simulierten seine Erschießung, schreibt die Presseagentur AP unter Berufung auf einen anonymen Zeugen und einen internen Bericht des CIA-Generalinspekteurs. Die Maschine sei allerdings nicht mit einem Bohrer bestückt und die Waffe nicht geladen gewesen.
Bisher war bekannt, dass in den Jahren nach dem Anschlag auf das World Trade Center immer wieder Flugzeuge des amerikanischen Geheimdienstes auf dem Flughafen Szymany in den Masuren gelandet seien. Einer der Drahtzieher des Anschlags vom 11. September, Chalid Scheich Mohammed, hatte ausgesagt, er sei an einem unbekannten Ort festgehalten und gefoltert worden und habe dort eine Mineralwasserflasche mit polnischer Aufschrift entdeckt - ein weiterer Hinweis darauf, dass es in Polen ein Geheimgefängnis gegeben haben könnte.
Die polnische Regierung hatte dies stets dementiert. Der damalige polnische Premier Jerzy Miller und Präsident Aleksander Kwasniewski haben immer wieder gesagt, nie etwas von einem Geheimgefängnis auf polnischem Territorium erfahren zu haben. Die Abgeordneten im polnischen Parlament reagierten am Mittwoch entsetzt. "Ich glaube nicht, dass auf polnischem Boden jemand gefoltert wurde", sagte Marek Biernacki von der regierenden Bürgerplattform. Die Warschauer Generalstaatsanwaltschaft untersucht schon seit zwei Jahren, ob die Amerikaner in Polen gefoltert haben.
Al-Nashiri sitzt derzeit in Guantanamo in Haft und wartet auf seinen Prozess. Alberts und Mikes Folterpraktiken sollen schon 2003 einem höheren CIA-Offizier aufgefallen sein. Die beiden wurden vom Dienst suspendiert. Allerdings heuerte sie der Geheimdienst unlängst wieder als private Angestellte an - als Ausbilder.
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Die Wurzeln der Foltermethoden des US-Geheimdienstes führen weit zurück in die Vergangenheit. So wurden z.B. in den 50er-Jahre einige Techniken von der CIA unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in einer Villa in Kronberg [...] mehr...
Am schlimmsten finde ich, dass nicht nur gefoltert wird, sondern die gleichen Leute, die nichts gegen amerikanische Folterer haben (Rückenmassagen inklusive) plötzlich die Menschenrechtskeule rausholen wenn es darum geht seine [...] mehr...
Für Folter gibt es keine Entschuldigung, ganz gleich, ob diese in einer dubiosen Diktatur einer "Bananen-Republik" oder einer verbündeten "westlichen Demokratie" stattfindet. Und die Todesstrafe muß man [...] mehr...
Ich stehe zu meinen Ressentiments gegenüber Folterknechten, und ich stehe zu meinen Ressentiments gegenüber den sie deckenden Apparaten. Da ist nichts versteckt. Was hier "gebasht" wurde, sind elementare [...] mehr...
So ist es. Ich erinnere an die BKA-Beamten, die 2002 in den Libanon reisten (http://www.zeit.de/2006/04/BKA), um auf der Frageliste die Punkte abzuhaken. Natürlich ohne jede Kenntnis, wie die einheimischen Behörden an diese [...] mehr...
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