Kabul - Terry Jones ist nur ein Kleinstadtprediger, doch mit seinem Aufruf, zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September den Koran zu verbrennen, hat er weltweit viele Menschen gegen sich aufgebracht. Auch die Vereinten Nationen und die Europäische Union warnen vor einer solchen Aktion. "Wir verurteilen energisch jeden derartigen Versuch", sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton.
Auch die Vereinten Nationen zeigten sich entsetzt. Der Uno-Sondergesandte in Afghanistan, Staffan de Mistura, sagte: "Im Namen der Vereinten Nationen und der gesamten in Afghanistan vertretenen Internationalen Gemeinschaft möchte ich unsere Sorge und tatsächlich unsere Empörung in schärfster Form zum Ausdruck bringen." Meinungsfreiheit dürfe nicht mit der Absicht verwechselt werden, die Religion und den Glauben von Millionen Menschen zu verletzen.
Sollte die "abscheuliche Tat" wirklich vollzogen werden, würde das den Argumenten jener Vorschub leisten, die gegen Frieden und Versöhnung am Hindukusch seien. Die Verbrennung des Korans könnte auch die Anstrengungen vieler Afghanen und Ausländer bedrohen, die versuchten, Afghanistan zu Frieden und Stabilität zu verhelfen. De Mistura forderte die Kirchengemeinde dazu auf, die "Drohung" der Koran-Verbrennung nicht wahr zu machen.
Der Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan, David Petraeus, hatte bereits am Dienstag vor den möglichen Folgen für ausländische Soldaten in Afghanistan gewarnt, sollte die Koran-Verbrennung stattfinden. Auch die Koordinierungsstelle für Hilfsorganisationen in Afghanistan (Acbar) äußerte sich besorgt, dass die Aktion zu weiterer Gewalt am Hindukusch führen und "unschuldige Zivilisten und Helfer das Leben kosten" könnte. In dem Land sind rund 150.000 ausländische Soldaten im Einsatz, die meisten aus den USA.
"Respektloser und schändlicher Plan"
Die Gruppe Dove World Outreach Center in Gainesville im US-Bundesstaat Florida hat für den Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 am Samstag die öffentliche Verbrennung von etwa 200 Exemplaren des Korans angekündigt. Damit will die Gruppe nach den Worten ihres Pastors Jones eine "klare Botschaft" gegen Drohungen radikaler Islamisten senden. Die örtliche Feuerwehr hat die Aktion zwar nicht genehmigt, die Polizei kann aber nicht eingreifen, bevor die Demonstranten zur Tat schreiten.
Die US-Regierung verurteilte den "respektlosen und schändlichen" Plan der christlichen Fundamentalisten. Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich "ermutigt" durch die "klare und eindeutige Verurteilung" des Vorhabens durch Vertreter aller Glaubensrichtungen in den USA, aber auch durch führende laizistische US-Vertreter und Meinungsmacher. Die Außenministerin äußerte sich bei einem Iftar-Mahl, dem traditionellen Abendessen im muslimischen Fastenmonat Ramadan. Justizminister Eric Holder erklärte, sollte die evangelikale Splittergruppe ihr Vorhaben umsetzen, sei das "idiotisch und gefährlich".
Der Vatikan erklärte, das Verbrennen eines "heiligen Buches" wäre eine "schwerwiegende Beleidigung". Der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog äußerte seine "große Besorgnis". Ähnliche Reaktionen kamen von den christlichen Kirchen in Deutschland. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sprach von einer "inakzeptablen und in keiner Weise hinnehmbaren Provokation einer winzigen Minderheit". Er sei in großer Sorge, "dass mit solchen intoleranten Angriffen das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in vielen Teilen der Welt gefährdet wird". Die evangelische Kirche nannte die geplante Koran-Verbrennung eine "unerträgliche Provokation".
Für den Zentralrat der Juden in Deutschland erklärte die Vorsitzende Charlotte Knobloch, die Vorstellung einer Koran-Verbrennung sei "schrecklich und abstoßend". Der Chef der Arabischen Liga, Amr Mussa, nannte den Kleinstadtprediger Jones einen "Fanatiker". Sein Vorhaben sei "zerstörerisch", sagte Mussa in Kairo.
kgp/AFP/dpa
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Man kann durchaus differenzieren: Eine symbolische Verbrennung von Kulturgut (was der Koran für mich ist), ist grundsätzlich abzulehnen. Dieselbe Handlung zu verurteilen, weil man Schiss vor dem radikalen Islamismus hat, ist [...] mehr...
Oh wie ich Ihnen Recht gebe. mehr...
Haben dann nicht eher die Muslime Blut an ihren Händen die die Menschen töten? Die Aktion der Koranverbrennung ist ein absoluter Schwachsinn, aber einige halten es offenbar für eine normale Reaktion der Muslime darauf mit [...] mehr...
Das ist Quatsch! Wenn 50 von 2.26 Milliarden Christen (0.000002%) irgendetwas falsches tun, muss der Islam darüber stehen. Wir höhren seit Jahren nach jeder grausamen Tat welche im Namen des Korans passiert, dass es nur eine [...] mehr...
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