Washington - "So sind wir nicht." Mit diesem Satz hat US-Außenministerin Hillary Clinton die von radikalen Christen aus Florida für Samstag angekündigten öffentlichen Koran-Verbrennungen bei einer Tagung in Washington kritisiert. Sie geißelte die Pläne von Pastor Terry Jones erneut als "quälend" und "schändlich". Das Vorhaben repräsentiere nicht die amerikanische Haltung zum Islam.
Sie wünsche sich, dass die Medien kein so großes Interesse an Pastor Jones zeigen würden, sagte Clinton. Dabei verwies sie darauf, dass er nur einer kleinen Gemeinde von gerade mal 50 Mitgliedern vorstehe. Aber "das ist die Welt, in der wir jetzt leben."
Das US-Außenministerium reagierte bereits auf die befürchteten Ausschreitungen in muslimischen Ländern gegen die Verbrennung der Korane. Auf Anweisung des State Departments müssen Botschaften ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüfen. Außerdem sollen in Ländern, in denen antiamerikanische Proteste zu erwarten seien, Warnhinweise an US-Bürger ausgegeben werden, teilte das Außenministerium am Mittwoch mit.
Petraeus bezog sich dabei auf die Misshandlung von Gefangenen durch US-Soldaten im Gefängnis Abu Ghureib im Irak. Die Fotos lösten 2004 weltweit Abscheu und Empörung aus, insbesondere aber in der islamischen Welt.
Mindestens 200 Korane sollen verbrannt werden
Pastor Jones gab sich trotz der Kritik an seinem Vorhaben weiter unnachgiebig. Er bekräftigte, dass er mit der Aktion am neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September dem "radikalen Islam" klarmachen wolle, "dass wir sein Verhalten nicht tolerieren werden". Ein mögliches Einlenken komme für ihn nur infrage, wenn Gott ihm ein entsprechendes Signal sende. Jones, der auch lange Jahre in Köln tätig war, hat nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 100 Morddrohungen erhalten und trägt jetzt eine Pistole bei sich.
Der Sender MSNBC zitierte am Mittwoch ein Mitglied der evangelikalen Gemeinde, dem Dove World Outreach Center, mit den Worten, Kirchenmitglieder hätten bereits einen Stapel von etwa 150 Koranen aus verschiedenen Teilen der Welt erhalten. "Wir erwarten, mindestens 200 zu verbrennen."
als/APN/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
Ich verurteile auch all die schlimmen Sachen der Taliban, deswegen ist auch meine Familie vor 10 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Ich komme aus dem Norden Afghanistan, wo die Bundeswehr stationiert ist und ich [...] mehr...
Sie müssen aber zugeben, dass im Moment oder sagen wir seit Jahren, im Namen des Islam viel Unheil angerichtet wurde. Und die Lebensform von der Ungleichheit der Geschlechter auch nicht zur Sympatie beigetragen hat. mehr...
Ja, das dürfen Sie. Allerdings nur, wenn es Ihre eigenen Fenster sind oder mit dem Besitzer der Fenster vorher abgesprochen haben, dass Sie das dürfen. Das Verbrennen eines Buches ist eine Meinungsäusserung, nichts weiter. mehr...
...z. B. vor dem Brandenburger Tor am 11.9. denn auch die Bibel ist wie der Koran ein gewalttätiges Dogma-Buch in dessen Namen schon Millionen gestorben sind. Andererseits ist verbrennen nicht das richtige Symbol. Widerlegen [...] mehr...
Und ich stelle fest dass Sie damit versuchen der Frage nach den Gewalttaten auszuweichen. Nichts. Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt dass gerade der internationale Waffenhandel mafiöse Strukturen hat und endlich [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Afghanistan-Krieg | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH