Havanna - Kubas früherer Staatschef Fidel Castro, 84, hat das kommunistische Wirtschaftssystem der Insel in Frage gestellt. Auf die Frage des amerikanischen Journalisten Jeffrey Goldberg, ob das Wirtschaftssystem immer noch auf andere Länder übertragen werden solle, antwortete Castro: "Das kubanische Modell funktioniert nicht einmal mehr bei uns."
Goldberg ist Korrespondent der US-Zeitschrift "The Atlantic" und besuchte Kuba auf Einladung Castros. Er beschrieb die Äußerungen des Ex-Staatschefs am Mittwoch in seinem Blog. Goldberg hatte die Kuba-Kennerin Julia Sweig gebeten, an dem Gespräch mit Castro teilzunehmen, um bei der Analyse der Antworten zu helfen. Sweig sagte, Castro habe mit seiner Äußerung nicht die Revolution zurückgewiesen. "Für mich war es die Feststellung, dass im kubanischen System der Staat eine zu große Rolle im Wirtschaftsleben einnimmt", erklärte sie.
Nach seinem Rücktritt wegen einer schweren Erkrankung war Fidel Castro im Juli 2006 aus der Öffentlichkeit verschwunden. Sein Bruder Raúl Castro übernahm die Amtsgeschäfte. Er übte bereits mehrfach Kritik an der wirtschaftlichen Lage des Landes und kündigte Reformen an.
Fidel Castro äußerte sich dagegen bisher nicht zu innenpolitischen Fragen. In Kuba kontrolliert der Staat mehr als 90 Prozent der Wirtschaft und zahlt den Arbeitern einen Lohn von etwa 20 Dollar pro Monat. Gesundheitsfürsorge und Bildung sind kostenlos.
als/Reuters/dpa/AFP
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