Von Katharina Peters
Hamburg - Wird Fidel Castro altersmilde? 84 Jahre ist Kubas früherer Staatschef alt, nach langer Krankheit zeigt er sich nun wieder in der Öffentlichkeit, spricht vor Anhängern, gibt Interviews. In einem dieser Gespräche soll er sich nun sehr selbstkritisch gezeigt haben. Ausgerechnet Castro, der sonst nicht für Eingeständnisse eigener Fehler bekannt war.
Bei einem Treffen mit einem US-Journalisten und einer amerikanischen Wissenschaftlerin soll er gesagt haben: "Das kubanische Modell funktioniert nicht einmal mehr bei uns." So zitiert ihn der Korrespondent der Zeitschrift "The Atlantic", Jeffrey Goldberg, in seinem Blog. Castro habe damit auf die Frage geantwortet, ob das kubanische System noch immer exportwürdig sei.
Auch die Kuba-Kennerin Julia Sweig war bei dem Gespräch anwesend. Sweig sagte demnach, Castro habe mit seiner Äußerung nicht die Revolution zurückgewiesen. "Für mich war es die Feststellung, dass im kubanischen System der Staat eine zu große Rolle im Wirtschaftsleben einnimmt", erklärte sie dem Blog zufolge.
Um die darbende Wirtschaft anzukurbeln, kündigte Fidel Castros Bruder Raúl, der nun die Regierungsgeschäfte führt, Anfang August an, er wolle mehr Privatwirtschaft zulassen. Kubaner dürfen künftig kleine Geschäfte betreiben und Arbeitskräfte beschäftigen. Dies solle es dem Staat ermöglichen, "sich um wichtigere Dinge" zu kümmern, hatte Wirtschaftsminister Marino Murillo gesagt. Er beeilte sich aber zu versichern, dass es nicht um eine grundlegende Reform des sozialistischen Modells gehe.
Klar ist: Die kubanische Führung muss handeln, viele Bürger sind enttäuscht von Raúl Castro. Dieser hatte 2006 die Amtsgeschäfte von seinem Bruder Fidel übernommen.
Fidel war schwer erkrankt, er musste sich einer Darmoperation unterziehen. "Ich war schon tot", berichtete er nun, vier Jahre später, in einem Interview mit der mexikanischen Zeitung "La Jornada". "Ich hatte schon keine Hoffnung mehr zu leben." Heute bringe er wieder 85 Kilogramm auf die Waage und schaffe schon wieder 600 Schritte "ohne Stütze und ohne Hilfe". Er meistert bereits wieder Auftritte in der Öffentlichkeit, zuletzt sprach er vor Tausenden Studenten der Universität von Havanna.
Er fühle sich vollständig genesen, sagt Castro. Und offenbar fühlt er sich auch stark genug, öffentlich über die Fehler der Vergangenheit zu sprechen. Nicht nur in Fragen des kubanischen Wirtschaftsmodells zeigte er sich nachdenklich. In dem Gespräch mit "La Jornada" räumte er auch ein, Schuld an der Verfolgung von Schwulen auf der Insel zu tragen: "Wenn einer verantwortlich ist, dann bin ich es." Nachdem die Revolutionäre 1959 die Diktatur gestürzt hätten, habe seine Regierung nicht angemessen mit dem Thema umgehen können. "Ich ertrank in Arbeit und war befasst mit Krisen, mit Krieg und politischen Fragen." Aber er nun musste er eingestehen: "Es war eine große Ungerechtigkeit, eine große Ungerechtigkeit!"
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abgewirtschaftet. Sehr sehr aufschlussreiche Diskussion zum Thema: http://le-bohemien.net/2011/04/01/inseltraume/ mehr...
Sie schrieben über Venezuela, das ist mir kurzzeitig entgangen, es ging sonst doch eher um Kuba - sorry... mehr...
Sie, als Rechtsanwalt, sollten doch aber gelernt haben, dass es einen Unterschied zwischen "seine Meinung sagen" und "Bahauptungen aufstellen" gibt! Sie stellen Behauptungen auf, bei denen es sehr schwer [...] mehr...
Die Mehrheit der Kubaner sind G-2 ( Mil. Geheimdienst). Wenn ein Armer ins Krankenhaus kommt,muss er von Bettzeug bis zu MEdikamenten alles mitbringen. Auch dasEssen. Insoweit der "erstklassige" medizinische [...] mehr...
dass hier selbst einige vermeintliche Lateinamerikaexperten offenbar noch nicht weiter gekommen sind als zum Schwarzwald. natuerlich ist Kommunismus scheisse, auch der auf Cuba, aber Leutz, wart ihr ueberhaupt schonmal da(ich [...] mehr...
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