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10.09.2010
 

Nuklearprogramm

Iranische Dissidenten wollen geheime Atomanlage entdeckt haben

Vertreter der Volksmudschahidin: Anlage "311"Zur Großansicht
AFP

Vertreter der Volksmudschahidin: Anlage "311"

Der Westen hofft darauf, dass neue harte Sanktionen gegen Teheran Wirkung zeigen. Doch eine Dissidentengruppe legt nun Belege für eine angeblich bislang geheim gehaltene Anreicherungsanlage nahe Teheran vor. US-Regierung und Internationale Atomenergiebehörde schweigen dazu bislang.

Washington - Eine iranische Dissidentengruppe behauptet, eine bislang geheime iranische Atomanlage aufgespürt zu haben. Vertreter der iranischen Volksmudschahidin ("People's Mujaheddin Organization of Iran"/PMOI) erklärten bei einer Pressekonferenz in Washington, sie hätten in jahrelangen Recherchen Belege für eine Anlage in Abijek, rund 120 Kilometer nordwestlich von Teheran, gesammelt.

Die Exiloppositionellen zeigten Satellitenbilder der angeblichen Anlage, auf denen Tunnelarbeiten in bergigem Gelände zu sehen sein sollen. Den Volksmudschahidin zufolge werde an der Anreicherungsanlage hundert Meter unter der Erdoberfläche gebaut, wohl, um diese vor Bombenangriffen zu schützen. Im Inneren der Anlage sollen sich drei bis zu 200 Meter lange Hallen befinden, die Urananreicherungszentrifugen beherbergen könnten.

Innerhalb Irans werde die Anlage als "311" bezeichnet und als ein Annex einer benachbarten Militärgarnison geführt. Die Organisation glaubt aber, dass das Ausmaß der Tunnelarbeiten diese Behauptung klar widerlege. Die Arbeiten an der Anlage seien seit mindestens fünf Jahren im Gange, Iran habe bislang hundert Millionen Dollar dafür ausgegeben. Die Leitung liege beim Verteidigungsministerium und dem Generalstab.

Soona Samsami, eine Sprecherin der Volksmudschahidin, nannte das fragliche Projekt zu 85 Prozent fertiggestellt und möglicherweise "weit wichtiger" als eine Anreicherungsanlage nahe der Stadt Ghom, deren Existenz das iranische Regime voriges Jahr einräumen musste.

IAEA und USA sollen informiert sein

Die Dissidentengruppe, die ihre Erkenntnisse nach eigener Aussage auf interne Recherchen in Iran stützt, hat in der Vergangenheit bereits Belege unter anderem für eine Urananreicherungsanlage in Natans vorgelegt. Andere Hinweise wurden jedoch von der US-Regierung skeptisch aufgenommen, auch weil die Gruppe selbst unter Terrorismusverdacht steht. Die Europäische Union hat die iranischen Volksmudschahidin erst Anfang 2009 von ihrer Liste der terroristischen Organisationen gestrichen.

Die Volksmudschahidin erklärten, sie hätten ihre Erkenntnisse den amerikanischen Behörden sowie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mitgeteilt. Weder IAEA noch die US-Regierung haben sich dazu aber bislang geäußert. Iran hat der IAEA im vergangenen Jahr versichert, derzeit keine weiteren Nuklearanlagen zu bauen. Alireza Jafarzadeh, ein weiterer Volksmudschahidin-Sprecher, sagte dazu: "Iranische Vertreter lügen ganz offen."

Die Enthüllung der Anlage käme zu einem heiklen Zeitpunkt. Sie würde belegen, dass Iran sein Atomprogramm weiter aggressiv vorantreibt - während zahlreiche Beobachter eigentlich davon ausgingen, dass neue harte Sanktionen des Uno-Sicherheitsrates gegen das Regime Wirkung zeigten.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte am Mittwoch bei einer Rede vor dem Council on Foreign Relations in Washington: "Wir wissen, dass Iran unter enormen Druck steht."

gps

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Die neuesten Beiträge:
12.09.2010 von glücklicher südtiroler: Iran...

Der Iran ist in Asien von mächtigen Nachbarn umgeben und ich denke mal auch die iranische Führung weis, daß unbedachte Handlungen sehr schnell zum eigenen Nachteil werden können. Hätte es selbst ein nukleares Potenzial; das der [...] mehr...

12.09.2010 von Gandhi: Haben China und Russland ein Interesse daran,

dass andere Staaten in der Region Atomwaffen besitzen? Wohl kaum. China und Russland haben ein Interesse daran, dass die Region ruhig bleibt. Das zwingt sie dazu, gegen die Interessen der anderen Seite zu arbeiten, quasi als [...] mehr...

12.09.2010 von Michael Schnarch:

Israel ist zumindest nicht auf Auslandshilfe angewiesen wie eine der renommierten Rating-Agenturen belegt.. Israel is emerging from the global recession faster than many other countries, although it's now struggling to [...] mehr...

12.09.2010 von Michael Schnarch:

Ich denke nicht, dass Russland und China, die beide seit Jahren gegen den islamistischen Terror kämpfen (die einen im Kaukasus, die anderen in Sinkiang) großes Interesse am Wohlergehen des Islamismus a la Teheran haben. [...] mehr...

12.09.2010 von glücklicher südtiroler: Iran, Sanktionen, Nachbarn...

Natürlich haben die Russen kommerzielle Interessen; was Gegenteiliges hab' ich auch nicht geschrieben... Aber nicht nur die Russen haben kommerzielle Interessen im Iran... China is now Iran's top trading partner [...] mehr...

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Länderlexikon Iran

Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 73,974 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Mahmud Ahmadinedschad

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon


Republik Iran

Land

REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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Irans Atomprogramm

Streit

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Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

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Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung


Chronik

Aufstieg von Mohammed Resa

AFP
Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.

Ajatollah Chomeini und die islamische Revolution

Phase der Islamisierung

Vom Reformer Chatami zum Hardliner Ahmadinedschad





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