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07.06.2000
 

Raketenschild

Russland will offenbar Pläne für gemeinsame Abwehr präsentieren

US-Verteidigungsminister William Cohen weiß nicht so recht, wie er damit umgehen soll: Russland will offenbar in dieser Woche der Nato einen Plan für ein gemeinsames Raketenabwehrsytem vorlegen.

Moskau - Wie die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch meldete, wird Iwanow bei der am Donnerstag beginnenden Tagung des Nato-Russland-Rats in Brüssel konkrete Vorschläge zu dem Programm machen, dass vom russischen Präsidenten Wladimir Putin in der vergangenen Woche ins Gespräch gebracht worden war. US-Verteidigungsminister William Cohen äußerte sich zunächst skeptisch zu dem russischen Vorschlag.

Putin hatte argumentiert, dass ein gemeinsames Raketenabwehrsystem die Probleme eines Ungleichgewichts der Kräfte vermeiden und eine 100-prozentige Sicherheit jedes einzelnen europäischen Landes garantieren würde. Putin hatte seine Pläne lediglich grob umrissen und erklärt, das System solle Raketen bereits kurz nach dem Start unschädlich machen.

Besonders Russland hatte die Pläne der USA heftig kritisiert, einen landesweiten Raketenabwehrschirm gegen Angriffe aus Staaten aufzubauen, die die Regierung in Washington als unberechenbar einstuft. Russland sieht darin eine Verletzung des ABM-Abkommens. Der von der Sowjetunion und den USA 1972 geschlossene Vertrag sieht eine Begrenzung der Verteidigungssysteme gegen Langstreckenraketen vor.

Cohen sagte, er wisse noch nicht, ob er den russischen Vorschlag als konstruktiven Plan werten solle oder als eine Taktik, mit der Russland Europa und die USA spalten wolle. Richtig eingeschätzt werden könnten die russischen Pläne erst, wenn weitere Details bekannt würden.

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