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28.01.2012
 

Präsidentschaftswahl im Senegal

Gericht verbietet Kandidatur von Musik-Star

Sänger N'Dour: Keine Chance aufs PräsidentenamtZur Großansicht
REUTERS

Sänger N'Dour: Keine Chance aufs Präsidentenamt

Er gilt als einer der erfolgreichsten Künstler Afrikas und wollte in der Politik ganz oben mitmischen. Doch Youssou N'Dour darf bei den Präsidentschaftswahlen im Senegal nicht kandidieren. Warum das Verfassungsgericht so entschieden hat, ist unklar.

Dakar - Das Verfassungsgericht im Senegal hat entschieden, welche Kandidaten sich für die Präsidentenwahl am 26. Februar bewerben dürfen - und welche nicht. Insgesamt akzeptierte das Gericht 14 Bewerber für das Amt des Staatschefs, darunter den langjährigen Amtsinhaber Abdoulaye Wade. Der Musiker Youssou N'Dour darf hingegen nicht antreten, wie die senegalische Nachrichtenagentur APS am Freitagabend berichtete. Eine genaue Begründung der Ablehnung wurde nicht genannt.

Der 52 Jahre alte N'Dour ist in Europa einer der bekanntesten afrikanischen Musiker, das "Rolling Stone"-Magazin kürte ihn zu "Afrikas berühmtesten lebenden Sänger". In Europa und Amerika wurde er in den achtziger Jahren bekannt, vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Paul Simon und später mit Peter Gabriel. Seinen international wohl erfolgreichsten Hit "Seven Seconds" nahm er im Sommer 1994 mit Neneh Cherry auf. N'Dour sang damals in seiner Heimatsprache Wolof. Seine Kandidatur für das Präsidentenamt hatte er Anfang Januar angekündigt.

Präsident Wade ist seit dem Jahr 2000 im Amt und darf nun für eine dritte Amtszeit kandidieren. Eigentlich sind laut senegalesischer Verfassung nur zwei erlaubt, doch diese Regelung trat nach Wades Amtsantritt in Kraft. Das Gesetz gelte nicht rückwirkend, daher solle ihm die Kandidatur für eine dritte Amtszeit erlaubt werden, hatte der 85-Jährige erklärt.

Der Präsident wurde in der Vergangenheit häufig dafür kritisiert, zu viel Zeit im Ausland zu verbringen. Im Sommer 2009, als sein Land mit anhaltenden Überschwemmungen und Stromausfällen zu kämpfen hatte, verbrachte Wade seinen Urlaub in einer Villa in Frankreich.

Nach der Entscheidung gab es in Dakar gewaltsame Zusammenstöße zwischen der Polizei und überwiegend jugendlichen Oppositionsanhängern, die Autoreifen ins Brand setzten und Steine auf die Beamten warfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Demonstranten zurückzudrängen.

aar/dpa/dapd

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insgesamt 10 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
30.01.2012 von nafisa:

Es gibt schon an die 20 Kandidaten, da braucht es nicht noch einen weiteren, auch wenn er Youssou N'Dour heisst. Ob Tanor eine Chance hat? Ich sehe eher Idrissa Seck oder Macky Sall in der Stichwahl, interessanterweise [...] mehr...

30.01.2012 von nafisa:

Korruption und Aberglaube mögen ihre Bedeutung haben, aber "Stämme" spielen im Senegal kaum eine Rolle in der Politik. Das ist anscheinend das beliebteste Klischee über Afrika. mehr...

28.01.2012 von axel09: Musterdemokratie

Musterdemokratie... .. ist Senegal nie gewesen, aber es gab keine Putsche wie in allen Nachbarländern. Und die Demokratie funktioniert verhältnismäßig gut in einem Vielvölkerstaat mit Kastensystem. Dass Wade selbst nochmal mit [...] mehr...

28.01.2012 von propagandhi:

Inwiefern? Stamm, Clique, Volksgruppe, Seilschaft, ist doch im Prinzip das gleiche. Der Stamm scheint dort immer noch die primäre identitätsstiftende Struktur zu sein, inklusive der daraus resultierenden Hierarchien, [...] mehr...

28.01.2012 von kanikombolé: Ach Gottchen

"Der Präsident wurde in der Vergangenheit häufig dafür kritisiert, zu viel Zeit im Ausland zu verbringen. Im Sommer 2009, als sein Land mit anhaltenden Überschwemmungen und Stromausfällen zu kämpfen hatte, verbrachte Wade [...] mehr...

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