Moskau - Kurze Zeit nach der Explosion wurde in der Nähe des Unglücksortes ein zweiter Sprengsatz rechtzeitig entschärft. Stunden nach der Explosion war die tatsächliche Zahl der Opfer noch unklar. Die Sicherheitskräfte in Moskau wurden in Alarmbereitschaft versetzt.
Der Sprengsatz mit einer Stärke von mindestens 500 Gramm TNT explodierte im unterirdischen Bereich der U-Bahn-Station Puschkinskaja nahe der Hauptgeschäftsstraße Twerskaja, wie die Zivilschutzbehörde in Moskau mitteilte. Aus der Unterführung drang dichter Rauch. Auf der Straße wurde schwer verletzten Menschen, die blutüberströmt waren und teilweise schwerste Verbrennungen erlitten hatten, Erste Hilfe geleistet. Unter den Opfern seien auch Kinder, meldeten die russischen Nachrichtenagenturen.
Die Explosion geschah zur Feierabendzeit, als der Platz mit seinen drei U-Bahn-Eingängen mit Menschen überfüllt war. Mindestens 30 Rettungswagen sowie Geheimdienstmitarbeiter trafen am Unglücksort ein.
Unter den Passanten sei Panik ausgebrochen, hieß es. Augenzeugen sprachen von einer gewaltigen Druckwelle in der Unterführung. Die Twerskaja-Straße und der am Nachmittag dicht befahrene Puschkin-Platz wurden für den Verkehr zeitweise gesperrt. Auch die U- Bahn-Eingänge wurden blockiert. Hunderte Menschen versammelten sich auf dem Puschkin-Platz. Die Sonderpolizei Omon und Soldaten des Innenministeriums trafen ein, um für Ordnung zu sorgen.
"Die Natur dieses Verbrechens ist offensichtlich", sagte Bürgermeister Luschkow am Unglücksort. "Die Explosion geschah zur Rush-Hour an einem von Menschen überfüllten Ort", zitierte ihn die russische Nachrichtenagentur Interfax. Die Explosion sei ein Terrorakt. Auf die Frage nach einer tschetschenischen Spur sagte Luschkow: "Ich halte das völlig für möglich." Die Moskauer Sicherheitsbehörden ordneten die Überprüfung aller Metro-Stationen an. Präsident Wladimir Putin wurde von Innenminister Wladimir Ruschailo über den Anschlag informiert.
Im September vergangenen Jahres waren bei einer Serie von vier Anschlägen auf russische Wohnhäuser, davon zwei in Moskau, in wenigen Tagen etwa 300 Menschen getötet worden. Trotz fehlender Beweise machte die russische Führung damals tschetschenische Separatisten dafür verantwortlich.
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