Französische Soldaten im Kongo
Kinshasa/Nairobi - Die EU-Soldaten sollten vor allem die anarchischen Zustände in der Region Ituri im Ostkongo unter Kontrolle bringen. Dies gelang jedoch nur begrenzt. Außerhalb des Einsatzgebietes der EU-Truppe kam es immer wieder zu Hinrichtungen und Vergewaltigungen. Mindestens 500 Menschen sollen allein im Mai und Juni dieses Jahres in Ituri massakriert worden sein. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte: "Die Soldaten waren nicht in der Lage, die Bevölkerung zu schützen." Die Europäer unterstützten die dort seit 1999 im Kongo präsenten Truppen der Uno-Mission "Monuc". Es war der erste gemeinsame Einsatz der Europäischen Union außerhalb des eigenen Kontinentes.
Seit fünf Jahren herrscht im Kongo Krieg. Schätzungen zufolge haben die Kämpfe bislang mehr als drei Millionen Todesopfer gefordert. Der drittgrößte Flächenstaat Afrikas ist faktisch dreigeteilt. Präsident Joseph Kabila kontrolliert mit Hilfe von Truppen aus Simbabwe und Angola den Süden und Westen. Der Osten des Landes wird durch die von Ruanda abhängige Kongolesische Sammlungsbewegung für Demokratie (RCD) beherrscht und der Norden von der Kongolesischen Befreiungsbewegung (MLC), die von Uganda unterstützt wird.
Kindersoldat in der Stadt Bunia
Beobachtungen zufolge hat sich durch die Präsenz der EU-Truppen wenigstens die Situation in Bunia, der Provinzhauptstadt von Ituri, verbessert, sagte Peter Körner, Kongo-Experte vom Afrika-Institut in Hamburg. "Die Bevölkerung in den umliegenden Dörfern blieb aber weiter ungeschützt." Ein paar hundert Mann könnten eine Region, die fast so groß sei wie Deutschland, unmöglich in den Griff bekommen. Auf die EU-Soldaten soll nun eine stärkere Truppe der Vereinten Nationen folgen. Sie ist mit einem robusteren Mandat ausgestattet, das der Uno-Sicherheitsrat am 30. Mai dieses Jahres erteilte. Dazu gehört die Befugnis, Zivilisten auch mit "unmittelbarer Bedrohung durch körperliche Gewalt" zu schützen. Die neue Uno-Truppe soll 3800 Mann umfassen. Die meisten Soldaten kommen aus dem indischen Subkontinent, die Führung übernimmt Bangladesch.
Die Menschen fliehen vor den mordenden Milizen
Christina Otten
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