28. Juni 1999, 14:03 Uhr

"Report"

UCK durch Drogengelder finanziert

Nach Berichten der TV-Sendung "Report" laufen gegen Hunderte Kosovo-Albaner in Deutschland Ermittlungen wegen illegalen Drogen- und Finanzhandels. So würden Kosovaren den süddeutschen Heroinmarkt kontrollieren. Die Erlöse seien in den letzten Jahren der Untergrundarmee UCK zugute gekommen.

Bonn - In einer nicht veröffentlichten Analyse des Bundeskriminalamts (BKA) werde die organisierte Kriminalität der Kosovo-Albaner als ein "ernstzunehmendes Problem" eingeschätzt, teilte der Südwestrundfunk am Montag in Bonn mit.

UCK-Soldaten verlassen die Ortschaft Suva Reka
DPA

UCK-Soldaten verlassen die Ortschaft Suva Reka

Kosovo-Albaner würden bereits den Heroinmarkt in Süddeutschland beherrschen. In Norddeutschland seien Banden für "schwere Diebstahlsdelikte" verantwortlich. Nach Schätzung des Bundesaufsichtsamts für Kreditwesen in Berlin würden eine Milliarde Mark in das Kosovo transferiert werden, hieß es.

Nach Ansicht der Balkan-Expertin Marie-Janine Calic von der Stiftung Wissenschaft und Politik habe die kosovo-albanische Untergrundarmee UCK in den vergangenen Jahren einen Großteil ihrer Ressourcen aus dem Ausland bezogen. Dies sei zum Teil durch kriminelle Geschäfte geschehen, sagte Calic in einem Report- Interview. Mehrere Politiker, darunter die Vize-Präsidentin des Bundestages, Antje Vollmer (Grüne), und der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, warnten vor der UCK.


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