"Tages-Anzeiger" (Schweiz): "Die Wahl in Hessen muss gleichsam als Plebiszit für ganz Deutschland gewertet werden. (...) Mit konservativen und wirtschaftsliberalen Rezepten lässt sich derzeit in Deutschland keine Wahl gewinnen. (...) Das Beispiel Hessen lehrt die SPD, dass die Rückkehr aus dem Tief mit klassisch linken Parolen möglich ist."
"Neue Zürcher Zeitung" (Schweiz): "Somit hat sich nun im Westen Deutschlands das unselige Fünfparteien-Muster akzentuiert, welches nichts anderes als eine Destabilisierung des parlamentarischen Systems bedeutet."
"Basler Zeitung" (Schweiz): "Dass kriminelle Jugendliche ein Problem sind, das mit entsprechenden Mitteln angegangen werden muss, streitet niemand ab. Doch Koch plusterte einen tragischen Einzelfall so auf, dass vielen schlecht werden musste."
"Der Standard" (Österreich): "Mit dem krachenden Absturz von Roland Koch werden auch die Weichen für Merkels Bundestagswahlkampf gestellt: Der markige Polarisierungskurs des strammen Konservativen wurde von den Wählern abgestraft."
"Die Presse" (Österreich): "SPD-Chef Kurt Beck wird sich bestätigt sehen in seinem symbolischen Linksruck und sich noch mehr vom Koalitionspartner absetzen. (...) Auf Merkel kommen harte Zeiten zu."
"Aftonbladet" (Schweden): "Wie lange will sich die Sozialdemokratie noch in einer Koalition mit den Christdemokraten quälen, wenn es doch eine Mehrheit für eine progressive Politik gibt?"
"Le Figaro" (Frankreich): "Die Linkspartei etabliert sich als fünfte politische Kraft im Land. (...) Sie sind sich ihrer Rolle bewusst, dass sie Königsmacher werden können."
"La Repubblica" (Italien): "Für Angela Merkel (...) liegt in der Niederlage ihrer Partei in Wiesbaden paradoxerweise großer Trost und Bestätigung. Trost deshalb, weil mit Roland Koch (...) ihr führender interner Rivale eine Ohrfeige hat einstecken müssen."
"El Mundo" (Spanien): "Der konservative Populismus mit einem gewissen ausländerfeindlichen Anklang ist im Unterschied zu 2003 diesmal bei der Landtagswahl in Hessen kläglich gescheitert."
"El País" (Spanien): "Der Versuch, die schweigende Mehrheit mit ausländerfeindlichen Themen und einem obsoleten Antikommunismus zu mobilisieren, hat für Koch einen Bumerangeffekt gehabt."
ler/dpa
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