28. Juni 2008, 09:24 Uhr

Sprengung von Kühlturm

USA sollen Nordkorea 2,5 Millionen Dollar gezahlt haben

Die US-Regierung hat sich die Abrüstung etwas kosten lassen: Washington soll Nordkorea 2,5 Millionen Dollar für die symbolträchtige Sprengung des Atomkühlturms gezahlt haben. Das stößt bei vielen Konservativen auf Unmut: Sie halten den Preis für zu hoch.

Washington - Fünf Millionen Dollar soll die Sprengung des Kühlturms des nordkoreanischen Atomreaktors Yongbyon insgesamt gekostet haben. Wie viel davon die US-Regierung bezahlt hat, darüber schweigt sie sich aus. Gerüchteweise sollen es 2,5 Millionen Dollar gewesen sein, wie aus informierten Kreisen in Washington zu hören war. Die Höhe der Beteiligung stößt laut der "New York Times" vor allem in konservativen Kreisen der USA auf Unmut. Sie halten die Summe für zu hoch - auch, weil es immer noch Zweifel an der Glaubwürdigkeit Pjöngjangs gibt.

Die Zerstörung des 30 Meter hohen Turms als sichtbarstes Zeichen des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms war am Freitag weltweit im Fernsehen übertragen worden. In dem knapp hundert Kilometer nördlich von Pjöngjang gelegenen Reaktorkomplex wurde Plutonium für ein Atomwaffenprogramm hergestellt. Nach erfolgreichen Sechs-Nationen-Gesprächen zwischen Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland wurde die Anlage im vergangenen Juli abgeschaltet. Im Gegenzug handelte Nordkorea Hilfen für seine notleidende Bevölkerung aus.

Weltweit zurückhaltende Reaktionen

Das stalinistisch geführte Land hatte bereits am Donnerstag in Peking detaillierte Informationen zu seinem Atomprogramm übergeben - und damit eine zentrale Forderung aus den internationalen Gesprächen erfüllt. US-Präsident George W. Bush kündigte daraufhin eine Aufhebung von Handelssanktionen an und stellte eine Streichung Nordkoreas von der Liste der Terrorstaaten in Aussicht. Bush hatte Nordkorea noch vor wenigen Jahren als Teil der "Achse des Bösen" bezeichnet.

Die internationale Gemeinschaft und auch viele US-Politiker reagieren allerdings zurückhaltend auf die Fortschritte. Die Außenminister der G-8-Staaten begrüßten die Erklärung Nordkoreas zwar als ersten Schritt eines langwierigen Prozesses, aber: "Wir wissen, dass Nordkorea schon häufiger seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist", sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice. Die Erklärung lasse weiterhin einige Fragen offen, zum Beispiel zur Urananreicherung in Nordkorea. Es wird angenommen, dass Pjöngjang noch über ausreichend radioaktives Material verfügt, um sechs bis zehn Atombomben herzustellen.

sam/AFP


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