Harare - Sie haben die Wahlen verurteilt, sie aber nicht für unrechtmäßig erklärt: Die simbabwische Opposition hat die Haltung des Uno-Sicherheitsrats zu der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Simbabwe scharf kritisiert. "Wir hätte von der internationalen Gemeinschaft erwartet, dass sie diese sogenannte Wahl als unrechtmäßig bezeichnet", sagte der Sprecher der oppositionellen Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC), Nelson Chamisa, der Nachrichtenagentur AFP. Die internationale Gemeinschaft sei damit indirekt für die Repressionen in Simbabwe verantwortlich.
Präsident Mugabe bei Stimmabgabe: "Diebstahl der Demokratie"
Der Uno-Sicherheitsrat hatte die zweite Runde der Präsidentschaftswahl am Freitag deshalb zwar verurteilt. Südafrika verhinderte jedoch, dass der Urnengang für unrechtmäßig erklärt wurde. Chamisa bezeichnete Südafrikas Präsidenten Thabo Mbeki deshalb als Komplizen beim "Diebstahl der Demokratie" in Simbabwe. Mbeki lasse die Bevölkerung in Simbabwe im Stich, indem er als "Schutzschild für einen Schurkenstaat dient", kritisierte Chamisa. Mbeki vermittelt im Auftrag der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) in der politischen Krise in Simbabwe.
Auch international stieß die Stichwahl ohne Gegner auf Kritik: Der britische Premierminister Gordon Brown hat die Stichwahl in Simbabwe als "neuen Tiefpunkt" für den südafrikanischen Staat bezeichnet. Die Weltgemeinschaft lehne "das illegitime Regime des Robert Mugabe" ab, sagte Brown. Er forderte die afrikanischen Staaten auf, Mugabes Herrschaft ein Ende zu setzen. Der bevorstehende Gipfel der Afrikanischen Union sei "eine Chance, dem simbabwischen Volk die Hoffnung zurückzugeben". "Letztlich wird die Demokratie siegen", fügte Brown hinzu.
sam/AFP/AP
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