Rangun - Die Militärjunta in Burma geht hart gegen die Opposition des Landes vor: Der unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi droht jetzt ein Prozess - obwohl der Arrest der Oppositionsführerin eigentlich Ende Mai enden sollte. Sie wurde ins berüchtigte Insein-Gefängnis bei Rangun gebracht.
Aung Suu Kyi (Archivbild): Von der burmesischen Militärjunta verhaftet
Der Anwalt der Oppositionsführerin, Kyi Win, sagte vor Journalisten, Suu Kyi habe den Amerikaner nicht eingeladen und ihn aufgefordert, ihr Haus wieder zu verlassen. "Alle sind sehr aufgebracht über diesen jämmerlichen Amerikaner", sagte der Anwalt.
Er sei die Ursache aller jetzt aufgetretenen Probleme. Den Angaben des Anwalts zufolge sollte noch am Donnerstag Anklage gegen seine Mandantin erhoben werden.
Bei dem festgenommenen Mann handelt es sich nach den Worten des Anwalts um einen "abenteuerlustigen" US-Bürger, der auf eigene Faust gehandelt habe. Nach Angaben des US-Außenministeriums erhielt ein US-Diplomat am Mittwoch die Genehmigung, den Mann zu besuchen. Gegen ihn sei bislang keine Anklage erhoben worden.
Der Anwalt sagte, seine Mandantin solle noch am Donnerstag vor Gericht erscheinen. Welche Vorwürfe gegen sie erhoben werden, sei noch unklar. Offenbar wollten die Behörden sie nicht in ihr Haus zurückkehren lassen. Die Nationale Liga für Demokratie (NLD), die Partei von Suu Kyi, hatte vergangene Woche berichtet, dass die 63-Jährige sich in schlechtem Gesundheitszustand befinde.
Suu Kyi hatte 1990 die letzten freien Wahlen in Burma gewonnen. Die Militärjunta, die das Land seit Jahrzehnten regiert, ignorierte das Ergebnis und ließ Suu Kyi verhaften. Die Politikerin verbrachte daraufhin die meiste Zeit der vergangenen 19 Jahre immer wieder in Haft. Ihre jüngste Haftstrafe begann 2003, der Hausarrest sollte am 27. Mai enden.
hen/Reuters/AFP/AP
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