Berlin - Das entsprechende Kommuniqué, unterzeichnet von Abu Musab al-Wudud, dem Anführer von "al-Qaida im Islamischen Maghreb", trägt das Datum des vergangenen Sonntags.
Propagandabild von al-Qaida im Maghreb: "Krieg ohne Gnade"
Wörtlich heißt es in dem Wudud-Papier: "Gestern das Kopftuch, heute der Gesichtsschleier und morgen werden sie uns womöglich noch am Beten, Fasten oder an der Pilgerfahrt hindern." Zugleich würden französische Urlauberinnen ohne jede Rücksichtnahme die islamischen Länder besuchen.
Angesichts der angeblichen französischen Aggression fordert Wudud die Muslime auf, ihre Glaubensvorschriften noch strenger zu befolgen.
Das Dokument endet mit einer Warnung: "Wir, die Mudschahidin von al-Qaida im Islamischen Maghreb, haben Gott versprochen, dass wir nicht stillschweigen werden." Mit "allen Methoden" und "an jedem Ort, den wir erreichen können", so die Terrorgruppe, werde sie gegen "Frankreich und seine Interessen" vorgehen.
Auch deutsche Behörden besorgt
Zwar wird nicht explizit mit Terroranschlägen gedroht, aber angesichts der brutalen Vorgehensweise der Organisation in den vergangenen Monaten ist wohl nicht davon auszugehen, dass etwas anderes als Gewaltakte gemeint sind. Gerade erst bekannte sich die Qaida-Filiale zur Ermordung eines US-Bürgers. Und erst Anfang dieses Monats bezichtigte sie sich, eine britische Geisel getötet zu haben.
Auch deutsche Sicherheitsbehörden sind wegen al-Qaida im Islamischen Maghreb besorgt. Sie vermuten, dass Anschläge gegen Deutsche in Nordafrika oder in Deutschland selbst drohen könnten, mit denen Vergeltung für das deutsche Engagement in Afghanistan geübt und der Rückzug der Bundeswehr erreicht werden soll.
Diese Einschätzung basiert unter anderem auf einer neuen Warnung der US-Regierung, derzufolge die Führung von al-Qaida im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eine entsprechende Entscheidung getroffen habe. Mit der Durchführung sei die nordafrikanische Filiale der Organisation beauftragt worden.
Die Authentizität der Drohung gegen Frankreich kann unabhängig nicht bestätigt werden. Aber Veröffentlichungsort und -modus sprechen dafür.
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