20. September 2009, 00:31 Uhr

Afghanistan

Taliban-Führer Mullah Omar prophezeit Nato-Niederlage

"Hohe Verluste und sinkende Moral": Der Anführer der afghanischen Taliban, Mullah Omar, hat den Nato-Truppen im Land eine "eindeutige Niederlage" vorausgesagt. Seine Kämpfer seien auf einen langen Krieg vorbereitet.

Kabul - Die internationalen Truppen sollten die Lehren aus der Vergangenheit ziehen, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung Omars. Afghanistan sei schon immer "ein Friedhof" für "Kolonialtruppen" gewesen. Der Taliban-Chef verwies auf die "hohen Verluste und die sinkende Moral" bei den mehr als 100.000 ausländischen Soldaten, um seine Prophezeiung zu untermauern.

Die Taliban würden so lange kämpfen, bis die "ausländischen Invasoren" aus Afghanistan vertrieben sind, so Omar. In der im Internet verbreiteten Botschaft zum "Fest des Fastenbrechens", der das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert, gab er sich siegessicher. "Wir haben 80 Jahre lang von 1839 bis 1919 gegen die britischen Invasoren gekämpft und schließlich nach deren Niederlage die Unabhängigkeit erhalten." Die Taliban seien auf einen langen Krieg vorbereitet.

Die Taliban haben im Zusammenhang mit der afghanischen Präsidentschaftswahl im August verstärkt Anschläge und Angriffe unternommen. In diesem Jahr wurden bereits mehr als 350 ausländische Soldaten getötet, so viele wie nie zuvor seit dem Einmarsch im Oktober 2001. Erst am Donnerstag waren bei einem Selbstmordanschlag in Kabul sechs italienische Soldaten und mindestens zehn Zivilisten getötet worden. Auch die Bundeswehr wurde in den vergangenen Monaten vermehrt Ziel von Anschlägen und Angriffen.

Mullah Omar war der geistliche Anführer der Taliban, als diese von 1996 bis 2001 Afghanistan beherrschten. Er ist auf der Flucht und hat sich, anders als sein Verbündeter Osama Bin Laden, seither auch nicht in Videoaufnahmen gezeigt. Westliche Geheimdienste vermuten, dass sich Omar in Pakistan versteckt hält.

wit/AFP/AP


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