21. März 2000, 16:47 Uhr

Kosovo

Nato gibt Einsatz von radioaktiver Munition zu

Die Nato hat eingeräumt, im Kosovo-Krieg auch Geschosse mit abgereichertem Uran benutzt zu haben. Das berichtet die Uno-Umweltorganisation (Unep). Demnach setzten amerikanische Nato-Soldaten bei rund 100 Angriffsflügen etwa zehn Tonnen des radioaktiven Materials ein.

Genf - Die Unep beruft sich in ihrem Bericht auf eine schriftliche Stellungnahme der Nato. Laut Unep wurden rund 31.000 Geschosse mit abgereichertem Material von A-10-Flugzeugen über der abtrünnigen jugoslawischen Provinz abgeworfen. Die Durchschlagskraft der Geschosse wird durch das schwere Uran gesteigert.

Klina nach einem Nato-Luftangriff (Archiv)
AFP

Klina nach einem Nato-Luftangriff (Archiv)

Unep will nun dafür sorgen, dass die Stellen, an denen das giftige, aber nur sehr schwach radioaktive Uran auftraf, abgesperrt werden. Nach einer von der Nato veröffentlichten Karte liegen die Einschlagstellen vor allem entlang der Grenze zu Albanien, aber auch an anderen Orten, etwa südwestlich von Mitrovica und bei Klina. In den Gebieten, wo die Uran-Munition eingesetzt wurde, sind unter anderem italienische, niederländische und deutsche Kfor-Soldaten stationiert.

"Munition mit abgereichertem Uran wird vor allem gegen Panzer und gepanzerte Armeefahrzeuge eingesetzt, da es Metall durchdringen kann", sagte der Leiter der Uno-Balkan-Taskforce, Pekka Haavisto, in Genf. Wie gefährlich das abgereicherte Uran für den Menschen sei, werde derzeit von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht.


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