
Jörg Haider: Stippvisite in Libyen?
Wien - Nach Berichten der österreichischen Magazine "Format" und "profil" fand das Treffen bereits am 9. Mai statt. Haider bestätigte am Sonntag die Berichte. Es habe sich um einen "privaten Besuch" gehandelt, sagte er dem österreichischen Rundfunk ORF. Details wollte er nicht nennen. "Ich habe nicht die Absicht, alle meine privaten Treffen irgendwo zum Gegenstand politischer Erörterung zu machen", erklärte der Politiker der "Freiheitlichen Partei" (FPÖ) und Landeshauptmann von Kärnten.
Eine Journalistin der Tageszeitung "USA Today" war nach diesen Berichten Zeugin des Treffens geworden. Gaddafi habe die Begegnung mit Haider mit dessen Popularität in Österreich begründet. Zudem sei der FPÖ-Politiker mit einem Bankdirektor erschienen, der Geschäfte in Libyen machen wolle, wurde die Journalistin zitiert.
Laut "profil" hatte Haider bereits im vergangenen Herbst Gaddafi besucht. Dies sei vom österreichischen Botschafter in Tripolis bestätigt worden. Haider ist nach eigenen Angaben seit rund zwei Jahren mit Gaddafis Sohn Saif befreundet, der in Wien studiert hat.
Die Bundesgeschäftsführerin der oppositionellen Sozialdemokraten (SPÖ), Doris Bures, nannte Haiders Reise nach Libyen "äußerst dubios und höchst aufklärungsbedürftig". Es sei vor allem zu klären, warum Haider mit einem Bankdirektor bei Gaddafi gewesen sei. Aus dem österreichischen Außenministerium hieß es lediglich, Österreich habe diplomatische Kontakte zu Libyen, daher sei ein Besuch des Kärntner Landeshauptmannes nicht ungewöhnlich.
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