11. September FBI-Agent warnte schon im Sommer vor Bin Ladens Flugschülern

Hätten die Anschläge vom 11. September verhindert werden können? Ein FBI-Agent soll schon Wochen vorher vor Attentaten von Flugschülern gewarnt haben.


World Trade Center: Aufräumarbeiten nach den Anschlägen vom 11. September
DPA

World Trade Center: Aufräumarbeiten nach den Anschlägen vom 11. September

New York - Der Agent der US-Bundespolizei habe im Sommer 2001 ein Memorandum verfasst und Ende Juli per E-Mail an die FBI-Zentrale geschickt, berichtet die "New York Times". Er habe gegen mehrere Personen aus dem Nahen Osten ermittelt, die Flugschulen in den USA besucht hätten. In dem Memorandum habe der FBI-Agent auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die Anhänger des Terrorchefs Osama Bin Laden Leute in Flugschulen geschickt haben könnten, um militante Muslime weltweit in der Luftfahrtbranche zu platzieren. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf Regierungs- und Polizeikreise.

FBI-Direktor Robert S. Mueller, der diesen Posten zwei Wochen vor den Anschlägen antrat, gab nach Angaben der "New York Times" zu, dass dem Memorandum seinerzeit nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Das FBI habe nicht über ausreichende Analyse-Kapazitäten verfügt, um die Bedeutung des Memorandums zu erkennen. Als Konsequenz daraus sei eine neue Analyse-Gruppe, das Office of Intelligence, im FBI geschaffen worden, berichtete die Zeitung.

Die Existenz des Memorandums war angeblich bereits seit Monaten bekannt. Die Kongressabgeordneten hätten aber erst kürzlich einen vollständigen Zugang zu dem Dokument erhalten. Die direkte Bezugnahme auf Bin Laden in dem Memorandum sei vorher von der US-Regierung nicht offenbart worden.

Einige Abgeordnete betrachteten das Memorandum als wichtigstes Dokument in der parlamentarischen Untersuchung, die sich mit der Frage beschäftige, ob die Regierung hätte gewarnt sein müssen, berichtete die Zeitung. Manche Senatoren seien der Ansicht, dass das Memorandum eine Warnung gewesen sei, die unbeachtet geblieben sei.

Im August hatten nach Informationen der "New York Times" FBI-Agenten versucht herauszubekommen, warum sich Zacarias Moussaoui in einer Flugschule in Minnesota eingeschrieben hat. In einer Notiz habe ein Agent spekuliert, Moussaoui "plane möglicherweise, ein Flugzeug in das World Trade Center zu fliegen". Der Franzose Moussaoui steht gegenwärtig im US-Bundesstaat Virginia vor Gericht. Die Behörden vermuten, dass er an den Attentaten hatte teilnehmen sollen.



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