Kabul/Ankara - Beim Absturz eines Militärhubschraubers auf ein Wohnhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Freitag mindestens zwölf türkische Soldaten getötet worden. In dem Haus kamen nach Angaben der Polizei vier Zivilisten ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Bei den toten Afghanen soll es sich um zwei Frauen und zwei Kinder handeln.
Der türkische Generalstab in Ankara teilte mit, dass der Hubschrauber verunglückt und nicht abgeschossen worden sei. Afghanische Sicherheitskreise bestätigten diese Darstellung. Vermutlich habe ein technisches Problem den Absturz verursacht. Ein Augenzeuge berichtete, die Maschine habe ein Haus gestreift und sei anschließend in ein anderes Gebäude gestürzt. Das getroffene Haus im Stadtteil Bagrami soll schwer beschädigt worden sein.
"Unsere Soldaten sind Märtyrer geworden"
Der Helikopter vom Typ Sikorsky war nach Informationen der Kabuler Polizei auf einem Ausbildungsflug. Berichte über getötete afghanische Besatzungsmitglieder wollte die Internationale Schutztruppe (Isaf) aber zunächst nicht bestätigen. Für die ausländische Mission ist das Unglück der verlustreichste Absturz seit August 2011. Damals hatten Aufständische in der Provinz Wardak einen US-Hubschrauber abgeschossen und dabei 30 Soldaten getötet.
Die Türkei stellt rund 1800 Soldaten in der Nato-geführten Isaf. Ihr Einsatz im Land beschränkt sich auf Patrouillen, an Kampfhandlungen nehmen die türkischen Truppen nicht teil. Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte nach dem Unglück am Freitag: "12 Angehörige unseres Militärs sind zu Märtyrern geworden."
Am Donnerstag hatte Afghanistans Präsident Hamid Karzai überraschend einen Abzug der internationalen Truppen bis Ende 2013 gefordert. Außerdem sollten sich die ausländischen Soldaten umgehend aus den afghanischen Dörfern zurückziehen, erklärte der Staatschef als Reaktion auf den Amoklauf eines US-Soldaten am vergangenen Wochenende. Nach bisherigen Vereinbarungen sollte der Abzug erst 2014 abgeschlossen werden.
syd/dpa/Reuters/AP
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