Unglück in Afghanistan: Hubschrauber-Absturz in Kabul fordert 16 Tote

Der Absturz eines Isaf-Hubschraubers auf ein Wohnhaus in Kabul hat mindestens 16 Todesopfer gefordert. Zwölf türkische Soldaten und vier afghanische Zivilisten kamen ums Leben. Für die internationale Schutztruppe ist das Unglück der folgenreichste Absturz seit einem halben Jahr.

Absturzstelle in Kabul: "12 Soldaten sind zu Märtyrern geworden" Zur Großansicht
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Absturzstelle in Kabul: "12 Soldaten sind zu Märtyrern geworden"

Kabul/Ankara - Beim Absturz eines Militärhubschraubers auf ein Wohnhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Freitag mindestens zwölf türkische Soldaten getötet worden. In dem Haus kamen nach Angaben der Polizei vier Zivilisten ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Bei den toten Afghanen soll es sich um zwei Frauen und zwei Kinder handeln.

Der türkische Generalstab in Ankara teilte mit, dass der Hubschrauber verunglückt und nicht abgeschossen worden sei. Afghanische Sicherheitskreise bestätigten diese Darstellung. Vermutlich habe ein technisches Problem den Absturz verursacht. Ein Augenzeuge berichtete, die Maschine habe ein Haus gestreift und sei anschließend in ein anderes Gebäude gestürzt. Das getroffene Haus im Stadtteil Bagrami soll schwer beschädigt worden sein.

"Unsere Soldaten sind Märtyrer geworden"

Der Helikopter vom Typ Sikorsky war nach Informationen der Kabuler Polizei auf einem Ausbildungsflug. Berichte über getötete afghanische Besatzungsmitglieder wollte die Internationale Schutztruppe (Isaf) aber zunächst nicht bestätigen. Für die ausländische Mission ist das Unglück der verlustreichste Absturz seit August 2011. Damals hatten Aufständische in der Provinz Wardak einen US-Hubschrauber abgeschossen und dabei 30 Soldaten getötet.

Die Türkei stellt rund 1800 Soldaten in der Nato-geführten Isaf. Ihr Einsatz im Land beschränkt sich auf Patrouillen, an Kampfhandlungen nehmen die türkischen Truppen nicht teil. Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte nach dem Unglück am Freitag: "12 Angehörige unseres Militärs sind zu Märtyrern geworden."

Am Donnerstag hatte Afghanistans Präsident Hamid Karzai überraschend einen Abzug der internationalen Truppen bis Ende 2013 gefordert. Außerdem sollten sich die ausländischen Soldaten umgehend aus den afghanischen Dörfern zurückziehen, erklärte der Staatschef als Reaktion auf den Amoklauf eines US-Soldaten am vergangenen Wochenende. Nach bisherigen Vereinbarungen sollte der Abzug erst 2014 abgeschlossen werden.

syd/dpa/Reuters/AP

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1. afganistan
cengo 16.03.2012
Zitat von sysopDPADer Absturz eines Isaf-Hubschraubers auf ein Wohnhaus in Kabul hat mindestens 16 Todesopfer gefordert. Zwölf türkische Soldaten und vier afghanische Zivilisten kamen ums Leben. Für die internationale Schutztruppe ist das Unglück der folgenreichste Absturz seit einem halben Jahr. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821743,00.html
Hertzlichen Beileid an die Soldatenfamilien.
2.
Cotti 16.03.2012
Zitat von cengoHertzlichen Beileid an die Soldatenfamilien.
Herzliches Beileid an die Angehörigen der afghanischen Zivilisten - die jetzt nicht tot wären, wenn es dort keine Besatzungssoldaten gäbe.
3. Unverständlich
leser008 16.03.2012
Zitat von sysopDPADer Absturz eines Isaf-Hubschraubers auf ein Wohnhaus in Kabul hat mindestens 16 Todesopfer gefordert. Zwölf türkische Soldaten und vier afghanische Zivilisten kamen ums Leben. Für die internationale Schutztruppe ist das Unglück der folgenreichste Absturz seit einem halben Jahr. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821743,00.html
Komisch. Warum erregt man sich jetzt nicht, tobt und droht wie sonst auch ? Es sind durch ISAF / NATO Truppen 4 Afghanen, sogar zwei Kinder, in ihrem zuhause durch Militärgerät umgekommen. Zumindest sollten einige türkische Fahnen verbrannt werden und wüste Drohungen verbreitet werden. Eine kleine Demonstration vor der türkischen Botschaft sollte doch drin sein. Da versteh einer die Afghanen.
4.
Selo82 17.03.2012
Zitat von leser008Komisch. Warum erregt man sich jetzt nicht, tobt und droht wie sonst auch ? Es sind durch ISAF / NATO Truppen 4 Afghanen, sogar zwei Kinder, in ihrem zuhause durch Militärgerät umgekommen. Zumindest sollten einige türkische Fahnen verbrannt werden und wüste Drohungen verbreitet werden. Eine kleine Demonstration vor der türkischen Botschaft sollte doch drin sein. Da versteh einer die Afghanen.
Stimmt. Der Hubschrauber hat ja vor dem Absturz alle 4 Zivilisten mit der MG beschossen und dann noch zum Schluss mit Raketen beschossen. Und danach sind sie erst abgestürzt.
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Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

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