Gefechte zwischen Einheimischen und Polizei 27 Tote in Chinas Unruheregion Xinjiang

Bei Unruhen in der chinesischen Provinz Xinjiang sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Staatsmedien berichten von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Polizisten. Die Uiguren in der Region wehren sich seit langem gegen Repressalien aus Peking.


Peking - Die dünn besiedelte Wüstenregion im Westen Chinas, die Provinz Xinjiang, ist die Heimat der muslimischen Volksgruppe der Uiguren. Sie fühlen sich von Peking unterdrückt und durch die Han-Chinesen, die von dort systematisch angesiedelt werden, an den Rand gedrängt. Es gibt daher immer wieder ethnische Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Polizei.

Am Mittwoch hat es erneut viele Tote gegeben: Mindestens 27 Menschen seien ums Leben gekommen, melden chinesische Staatsmedien. Neun Polizisten und Wachleute sowie acht Zivilisten seien von einer "mit Messern bewaffneten Menge" getötet worden. Die Polizei habe daraufhin das Feuer auf die "Aufrührer" eröffnet und zehn von ihnen getötet, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Sie beruft sich auf Behördenvertreter. Demnach griff die Menge eine Polizeistation und ein Verwaltungsgebäude in einer Ortschaft der Region Turpan an.

Die Uiguren wehren sich seit langem gegen Repressalien aus Peking. Chinas KP-Führer erlauben es den Bewohnern nicht, offen über ihre Schwierigkeiten, ihre Suche nach Identität und ihre Vorstellungen über ihr Leben innerhalb der chinesischen Gesellschaft zu debattieren. Wer sich trotzdem öffentlich beschwert, riskiert, als Separatist oder gar als Terrorist im Gefängnis zu landen.

Entsprechend werden die blutigen Unruhen gewertet: Während Peking "Terroristen" für die Gewalttaten verantwortlich macht, sprechen uigurische Exilorganisationen von der Niederschlagung legitimer Proteste.

Die Ausschreitungen in Xinjiang, aber auch in Tibet, führten in der Vergangenheit dazu, dass die Zentralregierung große Truppeneinheiten in diese Regionen verlegte und zeitweise ganze Landstriche von der Außenwelt abschnitt. Tibeter oder Uiguren, die sich gegen soziale Ungerechtigkeiten wehren, werden oft ganz automatisch des "Extremismus" und "Spaltertums" beschuldigt und müssen mit harten Strafen rechnen.

kgp/dpa/AFP

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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
Sabi 26.06.2013
1. Gewalt
machen wir uns nichts vor, viele Provinzen werden in China mit Gewalt an die Zentrale in Beijing gehalten, nicht nur Tibet ist ein von China besetztes Land, wie damals auch Estland, Lettland, etc. in der Sowjetunion. Das darf man aber nicht laut sagen, denn alle haben Angst vor China !
thinkrice 26.06.2013
2.
Zitat von sysopBei Unruhen in der chinesischen Provinz Xinjiang sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Staatsmedien berichten von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Polizisten. Die Uiguren in der Region wehren sich seit langem gegen Repressalien aus Peking. http://www.spiegel.de/politik/ausland/27-tote-in-chinas-unruheregion-xinjiang-a-907870.html
Wer Polizei- und Verwaltungsgebäude angreift und Polizisten und Beamte absticht ist bereits Lichtjahre von einem legitimen Protest entfernt. Stellen wir uns mal vor eine Horde Bayer würde Gebäude des Bundes und der Bundespolizei stürmen, Polizisten erstechen und das als legitimen Protest für größere Unabhängigkeit deklarieren. Wäre es legitimer Protest? Ich empfinde den Artikel recht tendenziös, da er meiner Meinung nach darauf abzielt die Verantwortung für derartige Gewalt von den Tätern auf die Opfer abzuwälzen. Es ist selbstverständlich, dass die chinesische Politik sehr fragwürdig ist, jedoch rechtfertigt dies keine derartige Taten.
gewinnler 26.06.2013
3. Wie lange noch
Ich frag mich eh wie lange so ein Riesenland mit so vielen ethnischen Gruppen in der heutigen Welt des Individualismus bestehen kann. Das geht wohl nur mit Diktatur.
ig-farben 26.06.2013
4. über 100 Kommentare...
...bei Türkei-kritischen Berichten aber kein einziger, wenn es um China-Kritik geht. Na das nenne ich doch mal "Demokratische Objektivität". Ein weiterer Beweis dafür, dass nicht die Demokratie eine Rolle spielt in den Aussagen, der meisten SPON Leser sondern die wirtschaftlichen Interessen sowie die persönliche Haltung gegenüber der Türkei. Leider kann man im Falle von China auch nicht sagen, "und deshalb gehört China nicht in die EU", wobei man sie wohl gerne dabei haben wollte...
dalethewhale 26.06.2013
5. Schön das Herr Snowden
Zitat von sysopBei Unruhen in der chinesischen Provinz Xinjiang sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Staatsmedien berichten von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Polizisten. Die Uiguren in der Region wehren sich seit langem gegen Repressalien aus Peking. http://www.spiegel.de/politik/ausland/27-tote-in-chinas-unruheregion-xinjiang-a-907870.html
in China seine beste Freunde findet
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