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Boko Haram: Mindestens 40 Studenten sterben bei Islamistenangriff in Nigeria

Identifizierung der Opfer in Damaturu: "Wir haben jetzt 40 Tote" Zur Großansicht
AP

Identifizierung der Opfer in Damaturu: "Wir haben jetzt 40 Tote"

Im Norden Nigerias haben Mitglieder der Terrorsekte Boko Haram mindestens 40 Studenten getötet. Die militanten Islamisten stürmten mitten in der Nacht den Schlafsaal einer Hochschule. Augenzeugen berichten von regelrechten Hinrichtungen.

Damaturu/Kano - Sie kamen mitten in der Nacht und überraschten ihre Opfer im Schlaf: Islamische Extremisten haben in einer Fachhochschule für Landwirtschaft im Nordosten Nigerias zahlreiche Studenten getötet. Laut Augenzeugen stürmten die Angreifer in der Nacht zum Sonntag einen Schlafsaal und zerrten Studenten ins Freie, wo sie sie regelrecht hinrichteten. Weitere Studenten erschossen sie demnach, als diese zu fliehen versuchten. Für die Tat wird die radikale islamistische Verbindung Boko Haram verantwortlich gemacht.

"Wir haben jetzt 40 Todesopfer, die nach dem Angriff in die Leichenhalle gebracht wurden", sagte ein Mitarbeiter des Krankenhauses in Damaturu, der Hauptstadt des Bundesstaates Yobe. Der Angriff fand im 30 Kilometer entfernten Gujba statt. Die Behörden von Yobe bestätigten den Angriff.

"Sie packten die Studenten draußen in Gruppen, eröffneten das Feuer und töteten eine Gruppe. Dann gingen sie zur nächsten Gruppe und töteten sie. Es war so schrecklich", sagte einer der Überlebenden. Ein Vertreter der Polizei sagte, er vermute, Boko Haram stecke hinter dem Angriff.

Schulen und Unis als vorrangige Angriffsziele

Seit Jahren verübt vor allem die radikalislamische Miliz Terroranschläge in Nigeria. Die Extremisten kämpfen für einen islamischen Gottesstaat. Sie haben sich seit 2009 zu zahlreichen Anschlägen auf christliche und staatliche Einrichtungen sowie Zivilisten bekannt. Die Zahl der Opfer geht in die Tausende.

In diesem Jahr hat Boko Haram ausdrücklich Schulen und Universitäten als Angriffsziele benannt. Schüler und Studenten unterstützten Sicherheitskräfte und Zentralregierung "in ihrem Krieg gegen uns", so die Begründung eines Sprechers gegenüber der "Daily Times".

Vergangene Woche waren ein Pfarrer und seine zwei Kinder in einer Kirche in dem Ort Dorawa - ebenfalls in in Yobe - von Extremisten erschossen worden. Die Islamisten hatten nach der Tat die Kirche und zwei weitere Häuser in Brand gesetzt.

Allein im nördlichen Bundesstaat Borno kamen seit Mitte September bei Islamistenangriffen sowie Kämpfen mit Regierungstruppen nach Berichten von Kirchen und Menschenrechtsorganisationen mehr als 200 Menschen ums Leben.

fdi/Reuters/AFP/dpa

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1.
thanks-top-info 29.09.2013
...sie bekommen es nicht unter Kontrolle. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land in Afrika, und es ist ein reiches Land. Ich wünschte mir mehr Informationen über die Hintergründe, Vorgehensweisen des Staates. Wieviel Christen/ Moslems gibt es im Norden und Süden
2.
mauskeu 29.09.2013
Zitat von sysopAP/dpaIm Norden Nigerias haben Mitglieder der Terrorsekte Boko Haram mindestens 40 Studenten getötet. Die militanten Islamisten stürmten mitten in der Nacht den Schlafsaal einer Hochschule. Augenzeugen berichten von regelrechten Hinrichtungen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/40-tote-studenten-bei-terror-angriff-von-boko-haram-in-nigeria-a-925194.html
Die islamischen Länder und hier besonders die Golfstaaten sollten damit aufhören diese religiösen Fanatiker zu unterstützen, was sie finanziell oder ideologisch tun.
3. Erdoel Firmen
Wuestensohn 29.09.2013
Die Oelfirmen sollen aufhoeren das reichste Land auszubeuten: Das Problem ist nicht Boko Haram, sonderen die Ausbeutung des Landes durch die Oelfirmen.
4. unfassbar
Miere 30.09.2013
Eigentlich sollte man irgendwo einen radikal-islamistischen Gottesstaat zulassen (Somalia vielleicht?), alle Radikalislamisten dort zusammenpferchen, und da können sie dann gern verhungern wenn sie meinen dass studierte Agrarwissenschaftler des Teufels sind.
5. Mit Gott haben die Killerbanden nichts zu tun
rkinfo 30.09.2013
Man sollte aufhören die Alibi Ideologie der Killer einfach zu verwenden. Dort herrscht nur brutaler Killerinstinkt von Psychopathen vor und daher sollte Nigeria sind wehren gegen diese Irren.
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