9/11-Ausschuss FBI und CIA vor dem Tribunal

Der Krimi vor dem 9/11-Ausschuss geht weiter. Hätte die US-Regierung mehr tun müssen? Haben die Geheimdienste versagt? Nun müssen Justizminister Ashcroft, Ex-Justizministerin Reno, FBI-Direktor Mueller, CIA-Chef Tenet und der frühere FBI-Direktor Freeh vor der Untersuchungskommission aussagen.


Ladung vor die 9/11-Kommission: Ashcroft (r.) und Mueller
REUTERS

Ladung vor die 9/11-Kommission: Ashcroft (r.) und Mueller

Hamburg - Vor der Kommission werden heute neben John Ashcroft auch Thomas Pickard und Cofer Black erwartet. Pickard war in den Monaten unmittelbar vor dem 11. September FBI-Direktor, Black war früher Chef der Terrorbekämpfung bei der CIA.

Ashcroft wird voraussichtlich die Linie von Außenminister Colin Powell, Pentagon-Chef Donald Rumsfeld und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice fahren. Sie versuchten bisher die Regierung von Präsident George W. Bush zu entlasten, indem sie darauf verwiesen, nicht genügend Informationen über einen bevorstehenden Anschlag gehabt zu haben.

Rice sprach bei ihrer Befragung vergangenen Donnerstag von "strukturellen Problemen", die dazu geführt hätten, dass die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon nicht verhindert werden konnten. Damit schob sie den schwarzen Peter den Geheimdiensten und der Polizei zu. Doch auch Justizminister John Ashcroft, Ex-Justizministerin Janet Reno und Ex-FBI-Direktor Louis Freeh müssen sich die Frage gefallen lassen, warum nicht mehr getan worden war, um Anschläge wie die vom 11. September 2001 zu verhindern.

Ashcroft wird vorgeworfen, sich zu Beginn der Amtszeit zu sehr auf die Bekämpfung der Drogenkriminalität und Verstöße gegen das Waffengesetz konzentriert zu haben. Die Terrorgefahr habe er unterschätzt. Der Justizminister wird dies zu entkräften suchen mit einem Hinweis auf eine Anhörung des Senats vom 9. Mai 2001. Damals sagte er, sein Ministerium habe keine hochrangigere Aufgabe als das Land vor Terroranschlägen zu schützen.

Am Mittwoch erwartet die Kommission FBI-Direktor Robert Mueller und CIA-Chef George Tenet. Die Ausschuss-Plattform wird ihnen die Möglichkeit geben, ihrerseits ihre Behörden möglichst rein zu waschen. Sie könnten die Darstellung der Regierung in Zweifel ziehen, wonach die Erkenntnisse der Geheimdienste nicht ausgereicht hätten, um die Anschläge durch Osama Bin Ladens Terrornetzwerk al-Qaida zu stoppen. Dies würde auf ein politisches Versagen im Weißen Haus hindeuten.

Bush kündigte für den Abend eine Pressekonferenz an. Es wird erwartet, dass er sich zur Lage im Irak äußert.

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