Abkommen Hamas und Fatah besiegeln ihre Versöhnung

Vier Jahre hat der Kampf zwischen Hamas und Fatah angedauert, nun ist er offiziell vorbei. Beide Seiten unterzeichneten in Kairo ein Versöhnungsabkommen, allerdings erst nach einem Streit um die Sitzordnung. Das Papier soll den Weg zu einem unabhängigen Palästinenserstaat ebnen.

Versöhnungsjubel im Gaza-Streifen: Ende von "vier schwarzen Jahren"
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Versöhnungsjubel im Gaza-Streifen: Ende von "vier schwarzen Jahren"


Kairo - Nach vier Jahren haben die palästinensischen Gruppen Fatah und Hamas ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet. Das erklärten beide Seiten am Mittwoch in Kairo. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sagte, die Vereinbarung beende "vier schwarze Jahre", die den nationalen Interessen der Palästinenser geschadet hätten. Er kündigte einen baldigen Besuch im von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifen an.

Allerdings verspätete sich die Besiegelung der innerpalästinensischen Aussöhnung. Auslöser war ein Streit um die Sitzordnung, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Delegationskreisen erfuhr. Abbas, zugleich Chef der gemäßigten Fatah-Fraktion, wollte bei der Feier nicht mit dem Hamas-Führer Chalid Maschaal auf dem Podium sitzen. Abbas wollte die Position an hervorgehobener Stelle im Konferenzsaal allein einnehmen, um seinen Status als Präsident zu unterstreichen.

Das Abkommen zwischen der Fatah und der islamischen Hamas beendet eine mehrjährige Periode bitterer Feindschaft. Es sieht die Bildung einer gemeinschaftlich nominierten Koalitionsregierung mit parteifernen Persönlichkeiten sowie Wahlen innerhalb eines Jahres vor. Auch elf kleinere palästinensische Fraktionen schließen sich dem Versöhnungspakt an. Die Vereinbarung soll einen unabhängigen Palästinenserstaat ermöglichen. An ihrem Zustandekommen hatte Ägypten maßgeblichen Anteil.

ffr/dpa/dapd

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