Abkommen USA wollen vom Irak aus jedes Land angreifen dürfen

Im Irak sorgt man sich wegen eines geplanten Abkommens mit den USA: Demnach wünscht sich Washington unter anderem, vom Irak aus jedes Land angreifen zu dürfen. Besonders Schiiten sehen darin eine Bedrohung für Iran.


Bagdad - Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak berichtete am Dienstag, 33 Abgeordnete des irakischen Parlaments hätten Außenminister Hoschiar Sebari aufgefordert, den Parlamentariern über den Stand der Verhandlungen Auskunft zu geben.

US-Soldat in Bagdad: Die Pläne Washingtons stoßen im Irak auf Kritik
AFP

US-Soldat in Bagdad: Die Pläne Washingtons stoßen im Irak auf Kritik

Die US-Regierung soll in ihren Verhandlungen über ein langfristiges Militärabkommen mit der irakischen Regierung angeblich das Recht gefordert haben, vom Irak aus jedes Land anzugreifen, "das eine Gefahr für die internationale Stabilität darstellt". Dies wurde als indirekte Drohung gegen Iran gewertet, weshalb irakische Politiker und führende Geistliche sich in den vergangenen Tagen vehement gegen das geplante Abkommen ausgesprochen hatten.

Regierungssprecher Ali al-Dabbagh sagte dem TV-Sender al-Arabija: "Wenn das Abkommen droht, die irakische Souveränität zu beschneiden, dann wird es nicht unterzeichnet."

Die in Dubai erscheinende Zeitung "Gulf News" berichtete am Dienstag unter Berufung auf hochrangige irakische Militärs, in dem von Washington vorgelegten Entwurf für das Abkommen, das im kommenden Juli unterzeichnungsreif sein soll, gebe es aus irakischer Sicht weitere Kritikpunkte. So sollen die irakischen Ministerien für Verteidigung, Inneres und Nationale Sicherheit nach dem Ende des Uno-Mandates für den Einsatz der ausländischen Truppen im Irak Ende 2008 für zehn Jahre unter US-Kontrolle bleiben. Das gleiche gelte für Waffengeschäfte der Regierung.

Außerdem wolle die US-Armee mehrere große dauerhafte Militärstützpunkte im Irak behalten. Dazu gehörten der Stützpunkt al-Assad nahe der syrischen Grenze, der Stützpunkt Balad nördlich von Bagdad sowie zwei Militärstützpunkte in der Nähe der südlichen Stadt Nassirija und nahe Falludscha im Westen. Die Luftwaffenstützpunkte in Kirkuk und Mossul im Norden wollen die Amerikaner den Angaben zufolge nach drei Jahren räumen.

flo/dpa

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