Rede zur Lage der Nation: Obama will US-Atomarsenal drastisch verkleinern

Präsident Obama (am 8. Februar): "Deutlich radikaler" kürzen? Zur Großansicht
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Präsident Obama (am 8. Februar): "Deutlich radikaler" kürzen?

Die Atommacht USA soll weiter abrüsten - laut "New York Times" will US-Präsident Obama bei seiner Rede zur Lage der Nation dazu aufrufen, Amerikas Nukleararsenal drastisch zu reduzieren. Die Maßnahme könnte ein Drittel aller Atomwaffen betreffen.

Washington - US-Präsident Barack Obama will einem Zeitungsbericht zufolge eine neue Initiative zur atomaren Abrüstung starten. Obama wolle bei seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstag zu einer drastischen Reduzierung der Atomwaffen in der Welt aufrufen, berichtete die "New York Times" am späten Sonntagabend unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter. Der Präsident habe sich mit dem US-Militär dahingehend geeinigt, dass das US-Atomwaffenarsenal um etwa ein Drittel verringert werden könnte.

Obama werde bei seiner Rede wohl keine konkreten Zahlen nennen, hieß es in der "New York Times". Im Weißen Haus werde aber darüber nachgedacht, nur noch etwas mehr als tausend Atomwaffen zu behalten. Derzeit besitzen die US-Streitkräfte etwa 1700 einsatzfähige Atomsprengköpfe. Laut dem mit Russland geschlossenen und 2011 in Kraft getretenen Start-Abkommen soll diese Zahl bis 2018 auf 1550 reduziert werden. Obama aber sei "überzeugt, dass wir deutlich radikaler kürzen - und deutlich mehr Geld sparen - können, ohne die Sicherheit der USA zu gefährden", zitierte die Zeitung einen Regierungsbeamten.

Fraglich ist allerdings, wie Obama seine Strategie gegen den Widerstand der Republikaner durchbringen will. Offenbar, so berichtet die Zeitung, erwäge der US-Präsident ein erweitertes informelles Abkommen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin.

Es ist Obamas fünfte sogenannte State of the Union, aber die erste seit seiner Wiederwahl. Seine Ansprache zur Amtseinführung vor wenigen Wochen hatte er dazu genutzt, seine übergeordneten politischen Ziele darzustellen. In der Rede am Dienstagabend im Washingtoner Kapitol will er nun detaillierte Vorschläge unterbreiten:

  • Die Stärkung der Wirtschaft und der Mittelschicht auch mit staatlichen Mitteln werde eine Kernbotschaft seines jährlichen Berichts zur Lage der Nation sein, berichtete die "New York Times".
  • Dazu zählen demnach neue Investitionen in Infrastruktur, erneuerbare Energien und Bildung.
  • Außerdem wolle Obama verdeutlichen, dass im Abbau der Staatsschulden - anders als von den oppositionellen Republikanern dargestellt - kein Allheilmittel für die Gesundung des Landes zu sehen sei.
  • Weiteres Thema ist ein Plädoyer für schärfere Waffengesetze.
  • Obama wird demnach außerdem über eine umfassende Einwanderungsreform sprechen.

Die traditionelle Rede vor Senat und Repräsentantenhaus wird zur besten Sendezeit im Fernsehen übertragen. US-Präsidenten nutzen das politische Großereignis in der Regel zur Selbstdarstellung. Meist versuchen sie, ihr Programm in einem Kernsatz zu vermitteln.

ffr

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insgesamt 131 Beiträge
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1. Die Botschaft
CMOT 11.02.2013
Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube... Dann soll er mal machen, der 'Friedensnobelpreis'-bewehrte Dronenkrieger. Jeder Sprengkopf der geht ist ein guter Sprengkopf. Allerdings werden im wohl die Sprengköpfe im Parlament die Suppe mächtig versalzen wollen...
2.
BlakesWort 11.02.2013
Ein Drittel weniger trägerbasierte Atomwaffen, bleiben je nach Rechnung immer noch 1.000-1.200 übrig, die unzähligen konventionell anwendbaren Atomwaffen bleiben davon unberührt. Ein Schritt in die richtige Richtung. Zur mehrfachen Vernichtung der gesamten menschlichen Zivilisation würde es aber immer noch reichen...
3. Keine Angst...
vorschau 11.02.2013
...es bleibt immer noch genug für einen tausendfachen Overkill.
4. Gemäß
crocodil 11.02.2013
Spiegel Bericht vom Juni 2012 besitzen die USA 8.500 atomare Sprengkörper. Auch sollte man mal unterscheiden, wieviel Wasserstoffbomben dabei sind, die (wie in der UDSSR, getestet 50 Megatonnen entwickeln).
5. Kosteneinsparung....
JerryFletcher 11.02.2013
...im Wissen, dass man danach trotzdem ein Vielfaches an Atomwaffen besitzt und zudem moderner, als alle anderen Staaten dieser Erde zusammen. Nobel Peace Prize Winner!
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