Streit über INF-Abkommen Putin will sich mit Trump treffen

Bewegung im Streit über Abrüstung: Kremlchef Putin und US-Präsident Trump wollen im November in Paris über den angekündigten Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag reden.

Trump (l.) und Putin (Archivaufnahme vom Juli 2018)
AFP

Trump (l.) und Putin (Archivaufnahme vom Juli 2018)


Bei den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands zum Ende des Ersten Weltkriegs in Paris soll es zu einem Treffen zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und seinem US-Kollegen Donald Trump kommen.

Russische Medien berichteten, Putin habe das vorgeschlagen. Der Kremlchef traf sich am Dienstag mit Trumps Sicherheitsberater John Bolton. Nach dem angekündigten Ausstieg der USA aus dem Abrüstungsabkommen INF wolle Putin darüber mit Trump reden.

"Natürlich wäre es sinnvoll, den direkten Dialog mit dem US-Präsidenten im Rahmen von internationalen Veranstaltungen fortzusetzen, die in der nächsten Zeit stattfinden werden", sagte Putin demnach. "Natürlich nur, wenn die amerikanische Seite an diesen Kontakten interessiert ist." Laut den Berichten sagte Bolton, Trump würde sich freuen, Putin zu treffen.

Trump hatte angekündigt, aus dem Vertrag aussteigen zu wollen. Das Abkommen aus dem Jahr 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion untersagt den Bau und Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Raketen oder Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern. Die USA und Russland werfen sich gegenseitig vor, den Vertrag gebrochen zu haben.

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Der US-Präsident hatte Anfang September zugesagt, zum Weltkriegsgedenken am 11. November in die französische Hauptstadt zu reisen. Vor einer Woche kündigte auch Putin seine Teilnahme an. Ein Treffen der beiden Präsidenten war bislang nicht geplant.

Trump und Putin hatten sich im Juli in Helsinki zu ihrem ersten bilateralen Gipfel getroffen. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland sind angespannt. Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich in den US-Wahlkampf zugunsten von Trump eingemischt zu haben, der um ein gutes Verhältnis zu Putin bemüht ist.

Washington wirft Moskau zudem vor, für den Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien verantwortlich zu sein. Für Spannungen sorgt seit Jahren zudem der Ukrainekonflikt, in dem Moskau nach Einschätzung des Westens die prorussischen Rebellen militärisch unterstützt.

als/dpa/Reuters

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