Abu Dhabi Blackwater-Gründer schult geheime Söldner-Truppe

Erik Prince, König der Söldner und Gründer der berüchtigten Firma Blackwater, hat einen neuen, heiklen Megadeal gelandet: Er trainiert eine geheime Söldner-Truppe für die Vereinigten Arabischen Emirate, wie die "New York Times" enthüllt.

AFP

Abu Dhabi - Sie kommen aus Kolumbien, aus Südafrika und vermutlich aus einer Vielzahl anderer Länder. Ihre Ausbilder sind Veteranen der US-Armee, der französischen Fremdenlegion oder der Spezialkräfte Großbritanniens und angeblich auch Deutschlands. Mitten in der Wüste des Scheichtums Abu Dhabi trainieren die Söldner seit fast einem Jahr eine Geheim-Truppe, die den Vereinigten Arabischen Emiraten beistehen soll, falls es gilt, Terroranschläge abzuwehren oder innere Unruhen unter Kontrolle zu halten.

Das Projekt, das die "New York Times" in ihrer Sonntagsausgabe in einer langen Geschichte enthüllt, ist ein weiterer heikler Deal von Erik Prince, dem Gründer der skandalumwitterten Firma " Blackwater", die sich längst in "Xe" umgetauft hat, nachdem sie wegen tödlichen Schüssen auf irakische Zivilisten in Verruf geraten war.

Zwar taucht Eric Princes Name in keinen der geschäftlichen Unterlagen auf, die der "New York Times" vorliegen. Aber auf der Grundlage von Gesprächen mit Informanten ist das Blatt sicher, dass der 41-Jährige der Kopf des Geheim-Unternehmens ist. Er ist zudem ein persönlicher Freund des Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Said al-Nahdschan. Die beiden sollen den Deal untereinander ausgemacht haben. Scheich Mohammed ist zugleich stellvertretender Kommandeur der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen Abu Dhabi gehört.

Spezialoperationen im In- und Ausland

Dem Bericht zufolge soll die Truppe brisante Aufgaben übernehmen, darunter Spezialoperationen im In- und Ausland, die Verteidigung von Öl-Pipelines und Hochhäusern im Falle von Terroranschlägen, die Sicherstellung von nuklearem Material, Informationsbeschaffung - und die Unterdrückung von möglichen Aufständen im Inneren. Auch die Angst Abu Dhabis vor Iran dürfte die Idee einer eigenen Söldner-Truppe befördert haben. Iran und Abu Dhabi streiten sich um eine kleine Inselkette; das Scheichtum würde sie gerne zurückerobern.

Untergebracht sind die Söldner laut "New York Times" in eigens gebauten Baracken auf dem Gelände einer VAE-Militäreinrichtung. Ein Ex-Rekrut sagte der Zeitung, die Männer hätten keine Erlaubnis gehabt, sich frei zu bewegen.

Im Erfolgsfall soll es eine ganze Brigade werden

Der Deal mit dem Kronprinzen hat dem Bericht zufolge ein Volumen von rund 375 Millionen Euro. Es könnte aber um weit mehr gehen - falls die Ausbildung des ersten Bataillons erfolgreich verlaufe, schreibt die Zeitung, werde an die Errichtung einer kompletten Söldner-Brigade von mehreren tausend Männern gedacht.

Allerdings läuft offenbar nicht alles nach Plan. Eigentlich sollten bereits im März 800 Söldner zur Verfügung stehen, es sind derzeit laut "Times" rund 580. Auch scheint es viele Personalwechsel im Management gegeben zu haben. Und einige der Rekruten stellten sich als vollkommen unerfahren heraus.

Die amerikanische Regierung hat Kenntnis von der Ausbildung der Söldner-Truppe. Der "Times" gegenüber haben US-Beamte dem Bericht zufolge angedeutet, dass der Deal in Washington sogar auf ein gewisses Maß an Unterstützung trifft. Die Vereinigen Arabischen Emirate hätten wenig militärische Erfahrung, da würde es sinnvoll sein, sich im Ausland nach Hilfe umzusehen. Ob das Projekt offiziell unterstützt wird, so die Zeitung, sei aber unklar. Das US-Außenministerium prüfe allerdings, ob die Firma, die als Ausbilder auftritt, die erforderlichen Genehmigungen eingeholt habe. US-Gesetze verbieten es US-Bürgern, ausländische Truppen ohne eine solche Genehmigung zu schulen.

yas/mit dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
jetrabbit 15.05.2011
1. Haben die Scheichs
Angst, ihre Völker könnten auch auf die Strasse gehen und demonstrieren, wie in manchen Nachbarstaaten?
Wolfes74 15.05.2011
2. Komisch
Das von Erik Prince betriebene Geschäft ist nichts anderes als die westl. Form von Betreiben von sogenannter Terrorcamps. Unterschied - er darf das - denn er und seine Gurkentruppe meuchelt ja für die "gute" Sache in aller Welt.
systemfeind 15.05.2011
3. das ist bekannt
Zitat von sysopErik Prince, König der Söldner und Gründer der berüchtigten Firma Blackwater, hat einen neuen, heiklen Megadeal gelandet: Er trainiert eine geheime Söldner-Truppe für die Vereinigten Arabischen Emirate, wie die "New York Times" enthüllt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,762657,00.html
der Spiegel hat auch nur den blackwater newsletter gelesen und ein wenig bei janes.com nachgeguckt . Die o.g. Infos sind weder neu noch bunruhigend ; die Eliten verfügen über Herrschaftswissen und verabchieden sich von der Idee der Moderne ; ein Prozess der seit dem Fall der Mauer anhält und sich beschleunigt ; kein Volker Panzer, keine schöngeistige Jasagerei wird das jemals ändern . Das 21. Jahrhundert gehört der Technik und den Machtmechanikern , mit all ihrer grausigen Schönheit .
exminer 15.05.2011
4. Entwicklungen
Zitat von systemfeindder Spiegel hat auch nur den blackwater newsletter gelesen und ein wenig bei janes.com nachgeguckt . Die o.g. Infos sind weder neu noch bunruhigend ; die Eliten verfügen über Herrschaftswissen und verabchieden sich von der Idee der Moderne ; ein Prozess der seit dem Fall der Mauer anhält und sich beschleunigt ; kein Volker Panzer, keine schöngeistige Jasagerei wird das jemals ändern . Das 21. Jahrhundert gehört der Technik und den Machtmechanikern , mit all ihrer grausigen Schönheit .
Auf kleinerer Flamme wird hier auch versucht eine sog. Sicherheitsindustrie aufzubauen,Potenzial ist zu kleinen Preisen verhanden.Schöne neue Welt.Das ergibt legale Mafiastrukturen.
blob123y 15.05.2011
5. So what ? in dieser Chaotenanhaeuffung da unten
die Mental noch im 16.Jhd. lebt werden nun mal Leute gebraucht die Rational denken koennen, wenn man da Hamburger parameter anlegt ist das natuerlich nicht verstehbar.
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