Unglück vor griechischer Insel Mehr als 40 Flüchtlinge in der Ägäis ertrunken

Bei zwei Schiffsunglücken in der Ägäis sind mindestens 41 Flüchtlinge gestorben - unter ihnen 17 Kinder. Rettungskräfte suchen nach Überlebenden.

Überlebende auf der Insel Kalolimnos: 31.000 Flüchtlinge erreichten Griechenland seit Jahresbeginn
AP

Überlebende auf der Insel Kalolimnos: 31.000 Flüchtlinge erreichten Griechenland seit Jahresbeginn


Zwei Flüchtlingsboote sind am frühen Freitagmorgen auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland gekentert. Ein Holzboot mit 48 Passagieren sank vor der kleinen Insel Farmakonisi in der östlichen Ägäis.

41 Menschen retteten sich ans Ufer, für sechs Kinder und eine Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät. Offenbar war das Boot gegen einen Felsen geprallt.

Wenige Stunden später erlitt ein Segelboot mit einer unbekannten Zahl Menschen an Bord weiter südlich Schiffbruch. 26 Insassen wurden gerettet und auf die nahe gelegene Insel Kalolimnos gebracht.

Zudem barg die Küstenwache 34 Leichen. Die Retter suchten mit Schiffen, Privatbooten und einem Helikopter nach Überlebenden. Nach Angaben von Überlebenden sollen sich bis zu 70 Menschen an Bord befunden haben, die Zahl der Vermissten ist also unklar.

Erst am Donnerstag waren mindestens zwölf Flüchtlinge ertrunken, als ihr Boot auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland sank. 28 Menschen konnten von der türkischen Küstenwache gerettet werden.

Tausende Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak versuchen seit Monaten, über die Türkei nach Europa zu gelangen. Trotz des rauen Winterwetters machen sich auch jetzt noch jeden Tag unzählige Menschen auf die gefährliche Überfahrt zu den griechischen Ägäis-Inseln.

Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) starben allein zwischen dem 1. und 18. Januar 77 Menschen beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Seit Jahresanfang erreichten laut IOM rund 31.000 Flüchtlinge die griechischen Inseln, das sind 21 Mal mehr als im Vorjahreszeitraum.

syd/Reuters/AP/AFP

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