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Gekentertes Flüchtlingsboot: Küstenwache fürchtet Dutzende Tote nach Unglück vor Lesbos

Die griechische Küstenwache konnte vor Lesbos 242 Menschen von einem sinkenden Boot retten - doch Dutzende Flüchtlinge werden noch immer vermisst. Ihre Überlebenschancen sind äußerst gering.

Rettungskräfte haben vor der griechischen Insel Lesbos nach einem erneuten Schiffsunglück inzwischen elf Leichen geborgen. Die Küstenwache geht davon aus, dass die Zahl der Toten noch deutlich steigen wird. Bis zu 40 Flüchtlinge werden vermisst.

Die Küstenwache und Fischer hatten in einer dramatischen Rettungsaktion 242 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Der Einsatz vor Lesbos habe die ganze Nacht angedauert, berichtete das griechische Staatsradio (ERT). Viele der geretteten Kinder und Frauen mussten wegen Unterkühlung in den kleinen Krankenhäusern der Insel behandelt werden. Es gebe unterschiedliche Angaben der Überlebenden über die genaue Zahl der Menschen, die an Bord waren.

Der für die Küstenwache zuständige Minister Theodoros Dritsas zeigte sich nach dem neuen Unglück erschüttert. Die Einsätze der griechischen Hafenpolizei würden leider immer mehr ein "beängstigendes Einsammeln von ertrunkenen Flüchtlingen", sagte der Politiker. Europa müsse diese Menschen aufnehmen und die "nationalen Egoismen" beiseitelassen.

Die Küstenwache teilte am Donnerstag mit, in den vergangenen 24 Stunden seien insgesamt mehr als 900 Menschen aus den Fluten der Ägäis gerettet worden. In Piräus kamen am Morgen an Bord von drei Fähren knapp 5000 Migranten von den Ägäisinseln an. Die meisten wollen nach Westeuropa weiterreisen.

Offiziere der Küstenwache befürchten, dass es in den kommenden Tagen zu weiteren Unglücken kommen könnte. In der Ägäis ist die Wetterlage derzeit sehr gefährlich für kleine Boote. Am Donnerstag tobten vielerorts Winde der Stärke sieben. Seit Jahresanfang sind bislang rund 300.000 Flüchtlinge über das Meer nach Lesbos gelangt.

syd/dpa/AP

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