Ägäis Griechenland soll Flüchtlinge vor türkischer Küste ausgesetzt haben

Schwere Vorwürfe gegen die griechische Küstenwache: Türkische Behörden beschuldigen sie, Flüchtlinge aus Mauretanien in der Ägäis zunächst festgenommen und dann vor einer türkischen Insel im Meer ausgesetzt zu haben.


Istanbul - Die 13 Flüchtlinge seien in den Gewässern vor der Ägäis-Stadt Ayvalik aufgegriffen worden, berichteten mehrere Zeitungen unter Berufung auf die türkische Küstenwache. Von den griechischen Behörden lag zunächst keine Stellungnahme vor. Vor zwei Jahren hatte die Türkei ähnliche Vorwürfe gegen Griechenland erhoben. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl warf Griechenland vor wenigen Monaten ebenfalls vor, abgefangene Flüchtlinge auf unbewohnten Ägäis-Inseln ausgesetzt zu haben.

Zu dem neuen Fall erklärte die türkische Küstenwache, die Flüchtlinge seien nach eigenen Aussagen auf der nahen griechischen Insel Lesbos von griechischen Behörden entdeckt und anschließend in türkische Gewässer gebracht worden. Vor einer türkischen Insel bei Ayvalik seien die Menschen dann im Meer ausgesetzt worden. Ein Fischer habe ausgesagt, dass die Flüchtlinge von der griechischen Küstenwache in Schlauchboote gesetzt worden seien.

Die Türkei ist eines der Haupttransitländer für Flüchtlinge aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien, die nach Europa wollen. Jedes Jahr versuchen Tausende Menschen, vom türkischen Festland zu einer der nahe gelegenen griechischen Inseln und damit auf EU-Gebiet zu gelangen. Viele bezahlen die gefährliche Reise in häufig nicht seetüchtigen Booten mit ihrem Leben. Erst im Dezember waren mehrere Dutzend Flüchtlinge auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland in der Ägäis ertrunken.

asc/AFP



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