Ägypten Armeechef Sisi lässt sich zum Feldmarschall befördern

Der starke Mann Ägyptens trifft letzte Vorbereitungen für seine Präsidentschaftskandidatur: General Abd al-Fattah al-Sisi hat sich zum Feldmarschall ernennen lassen. Die Berufung gilt als letzte Ehrung vor seinem Wechsel ins höchste Staatsamt.

Feldmarschall Sisi: Der Sieg bei der Präsidentenwahl wäre ihm sicher
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Feldmarschall Sisi: Der Sieg bei der Präsidentenwahl wäre ihm sicher


Kairo - Ägyptens Militärchef treibt seine Präsidentschaftskandidatur weiter voran. Am Montag hat sich Abd al-Fattah al-Sisi von Interimspräsident Adli Mansur zum Feldmarschall befördern lassen. Das ist der höchste Rang im ägyptischen Militär.

Seine Beförderung durch den Mann, den er im vergangenen Juli als Staatschef einsetzte, gilt als letzte Ehrung vor seinem Wechsel in eine politische Laufbahn als Zivilist. Sisi hatte bereits vor zwei Wochen offen mit einer Kandidatur kokettiert, sich aber bislang noch nicht offiziell geäußert. Sobald er seine Bewerbung erklärt, muss er laut Verfassung seinen Dienst in den Streitkräften quittieren. Schon jetzt zieht Sisi als Armeechef und Verteidigungsminister die Fäden im Hintergrund, Präsident Mansur und Premierminister Hasim al-Beblawi gelten nur als Marionetten des Militärs.

Der Termin für die Präsidentenwahl ist noch unklar. Sie soll 30 bis 90 Tage nach Verabschiedung der neuen Verfassung stattfinden. Das neue Grundgesetz trat am 18. Januar in Kraft - demnach müsste der Wahltermin zwischen 17. Februar und 18. April liegen. Erst nach der Abstimmung über einen neuen Präsidenten sollen Parlamentswahlen stattfinden.

Am Samstag erinnerte Ägypten an den Beginn des Aufstands gegen Diktator Husni Mubarak am 25. Januar 2011. Auf der staatlich gelenkten Jubelfeier auf dem Tahir-Platz riefen Tausende Ägypter Sisi dazu auf, bei der Präsidentschaftswahl anzutreten. Sollte er kandidieren, ist ihm der Sieg gewiss.

syd/dpa/Reuters

insgesamt 17 Beiträge
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C. V. Neuves 27.01.2014
1.
Dafür, wie er die demokratisch gewählte Regierung aus dem Amt geballert hat verdient er auf jeden Fall eine Beförderung.
gandhiforever 27.01.2014
2. Rueckkehr in gewohnte Wasser
Damit wird klar, dass der Demokratisierungsversuch in Aegypten endgueltig gescheitert ist. Der General wird da weitermachen, wo Mubarak aufhoeren musste.
MHB, 27.01.2014
3. Na dann aber das volle Programm
Wer zum Feldmarshall befördert wird muss sich im Angesicht des überlegenen Feindes die Kugel geben.
robbstark2 27.01.2014
4.
Zitat von gandhiforeverDamit wird klar, dass der Demokratisierungsversuch in Aegypten endgueltig gescheitert ist. Der General wird da weitermachen, wo Mubarak aufhoeren musste.
Das mag stimmen. Die Frage ist ob das eine gute Nachricht ist oder eine schlechte. Mir ist ein Militär der die Islamisten in Schach hält immer noch lieber als die Islamisten an der Macht, auch wenn sie dort demokratisch legitimiert waren. Und der große Vorzeigedemokrat war Mursi ja nun auch nicht wie er hinreichend bewiesen hat.
galbraith-leser 27.01.2014
5. Wieso das volle Programm?
Das hat doch schon bei Friedrich Paulus in Stalingrad nicht funktioniert und der feine Herr al-Sisi wird doch nun auch bald Zivilist. Für Ägypten verheißt die Entwicklung jedoch nichts Gutes, doch die Alternative Muslimbrüder - selbst demokratisch gewählt - wäre auch nicht besser. Angesichts der demographischen Entwicklung sieht die Prognose für Ägypten düster aus, denn das Land bräuchte ein erhebliches Wirtschaftswachstum, um die Jugend in die Wirtschaft integrieren zu können. Und wer keine Perspektiven hat, wandert aus oder wird fanatisch. Angesichts der Aufnahmebereitschaft Europas dürfte es auf die zweite Option hinauslaufen. Das gilt nicht nur für Ägypten, sondern ganz Nordafrika.
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