Anschlagsserie Angriff auf ägyptische Armee - mehr als 100 Tote auf dem Sinai

Militante Kämpfer haben auf der Sinai-Halbinsel mehrere Kontrollposten der ägyptischen Armee angegriffen. Mindestens 117 Menschen wurden getötet.


Bei einer der schwersten Anschlagsserien auf dem ägyptischen Sinai sind Dutzende Menschen getötet worden. Nach Angaben der ägyptischen Armee starben mindestens 100 Militante und 17 Soldaten. Die Angreifer hätten am Mittwoch 15 Kontrollpunkte des Militärs im Norden der Halbinsel attackiert, sagte ein Militärsprecher.

Inzwischen hat sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu den Angriffen bekannt. Die "Löwen des Kalifats in der Provinz Sinai" hätten mehr als 15 Posten der ägyptischen Armee überfallen, erklärten die Dschihadisten in einer Internetbotschaft.

Die Streitkräfte hätten die Angreifer zurückgeschlagen, verfolgt und deren Sammelpunkte zerschlagen, teilte das ägyptische Militär im Staatsfernsehen mit. Der Einsatz werde fortgesetzt, "bis wir den Sinai nicht von allen Terrornestern säubern und unser liebes Land wieder mit Sicherheit und Stabilität gesegnet ist".

Auf die Anschlagsserie auf der Sinai-Halbinsel folgten zwei Explosionen in der ägyptischen Stadt Rafah am Grenzübergang zum Gazastreifen. Die Ursache der Detonationen war nach Angaben von Augenzeugen und aus Sicherheitskreisen zunächst unklar.

Im Norden und im Zentrum des Sinais ist die militante Organisation "Ansar Bait al-Makdis" aktiv. Diese hatte Ende des Vorjahrs dem Anführer der IS-Miliz die Treue geschworen. Auf dem Sinai greift sie immer wieder Wachtposten, Streifen und Lager der ägyptischen Sicherheitskräfte an.

Erst am Montag hatte ein Bombenanschlag in Kairo den ägyptischen Generalstaatsanwalt Hischam Barakat getötet.

brk/heb/vek/dpa/AFP/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.