Terrorangriff auf ägyptisches Hotel Drei Touristen leicht verletzt

Bei der Messerattacke im ägyptischen Badeort Hurghada sind drei Touristen offenbar nur leicht verletzt worden. Nach offiziellen Angaben konnte eines der Opfer das Krankenhaus wieder verlassen.

Hotel in Hurghada: Sicherheitskräfte bewachen den Tatort
DPA

Hotel in Hurghada: Sicherheitskräfte bewachen den Tatort


Die Täter kommen beim Abendessen. Zwei junge Männer stürmen am Freitag ein Hotelrestaurant im ägyptischen Badeort Hurghada. Sie tragen Messer bei sich, stechen auf mehrere Touristen ein. Zwei Österreicher und ein Schwede werden dabei verletzt - nur leicht, wie die ägyptische Regierung jetzt mitteilt.

Eines der drei Opfer habe das Krankenhaus bereits wieder verlassen, sagt Tourismusminister Hischam Sasu der staatlichen Nachrichtenagentur Mena. Ein Angreifer dagegen ist tot - erschossen von Sicherheitskräften. Der zweite wird schwer verwundet.

Es ist die nächste Attacke auf Touristen in Ägypten innerhalb weniger Tage. Bereits am Donnerstag war ein Bus mit Reisenden vor einem Hotel in Kairo beschossen worden. Offiziell erlitt niemand Verletzungen, die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu der Tat. Am Samstag erschießen zudem im Westen von Kairo Unbekannte einen Offizier der Verkehrspolizei und einen Rekruten.

Und Hurghada? Am Tag nach dem Angriff melden sich die ersten Augenzeugen zu Wort. Der Norweger Jon Torp zum Beispiel, ebenfalls ein Hotelgast. "Ich war in meinem Zimmer, als ich jemanden schreien hörte", erzählt Torp norwegischen Medien. "Ich ging auf den Balkon und konnte einen Mann sehen, der eine schwarze Flagge mit weißer Schrift schwenkte." Die Flagge des IS? Noch ist nicht belegt, wer hinter der Tat steckt. Auch Medienberichte, wonach die Attentäter einen Sprengstoffgürtel bei sich hatten, sind offiziell nicht bestätigt.

"Dreimal war die Waffe auf mich gerichtet"

Auch von einer Schusswaffe ist die Rede. Jan-Eric Olovsson aß im Restaurant des "Bella Vista" zu Abend, als die Angreifer hereinstürmten. "Alles ging sehr schnell", sagt der 64-Jährige der schwedischen Zeitung "Expressen". "Dreimal war die Waffe auf mich gerichtet." Seinen Sohn Sammie hätten die Täter mit dem Messer in den Nacken gestochen - viermal.

Sammie, 27 Jahre alt, habe in einer Blutlache gelegen. "Ich habe ihm gesagt, er soll still liegen", erzählt Olovsson. Als die Luft rein war, sei er auf die Straße gelaufen, um einen Krankenwagen zu rufen.

Der IS hat die Verantwortung für zahlreiche Attentate in Ägypten übernommen. Die Dschihadisten wollen auch im Oktober ein russisches Passagierflugzeug über dem Sinai mit einer Bombe zum Absturz gebracht haben. 224 Menschen starben damals.

Auch die Tourismusindustrie, eine der wichtigsten Wirtschaftszweige Ägyptens, leidet unter der Terrorgefahr. Europäische Luftlinien setzten zuletzt Flüge aus, Urlauberzahlen gingen zurück. Nach dem Angriff in Hurghada gibt das Auswärtige Amt in Berlin eine Teilreisewarnung heraus: "Reisenden wird geraten, sich in Hurghada selbst umsichtig zu verhalten, auf Ausflüge vorläufig zu verzichten und sich über diese Reise- und Sicherheitshinweise sowie die Medien informiert zu halten."

Forum
Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf SPIEGEL ONLINE finden Sie unter diesem Text kein Forum. Leider erreichen uns zu diesem Thema so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Forumsbeiträge, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Deshalb gibt es nur unter ausgewählten Artikeln zu diesem Thema ein Forum. Wir bitten um Verständnis.

kev/AP/dpa/Reuters

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.