Ägypten Mehrere Polizisten sterben bei Gefechten mit Extremisten

Als Sicherheitskräfte ein Extremisten-Versteck in Ägypten durchsuchen wollen, kommt es zum Gefecht. 16 Polizisten sollen getötet worden sein. Handelt es sich um den Hinterhalt einer Terrororganisation?

Sicherheitskräfte in Ägypten (Archivbild)
ELFIQI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Sicherheitskräfte in Ägypten (Archivbild)


Bei Feuergefechten zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Extremisten sind in Ägypten mehrere Polizisten getötet worden. Wie viele Sicherheitskräfte genau starben, ist weiterhin unklar. Laut Nachrichtenagentur AFP, die sich auf die Regierung beruft, starben 16 Polizisten. Die dpa und Reuters berichteten dagegen von mindestens 50 getöteten Sicherheitskräften.

Die Polizisten waren offenbar angegriffen worden, als sie ein Versteck der Extremisten stürmen wollten. Lokalen Medien zufolge kam es zu dem Feuergefecht in der Baharia-Oase rund 300 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kairo.

Seit dem Sturz des frei gewählten Präsident Mohamed Morsi durch das Militär im Sommer 2013 kommt es in Ägypten regelmäßig zu Attacken auf Sicherheitskräfte. Diese wiederum gehen immer wieder gegen Islamisten und mutmaßliche Terroristen vor.

Offizielle Opferzahlen nannte das Innenministerium nicht. 15 Islamisten sollen laut AFP getötet worden sein.

Terrororganisation reklamiert Angriff für sich

Die ägyptische Nachrichtenseite "Al-Masry Al-Youm" meldete, die Razzia habe sich gegen die Terrorgruppe Hasm-Bewegung gerichtet. Diese hatte sich in der Vergangenheit mehrfach zu Anschlägen in Ägypten bekannt. Die ägyptische Regierung bezeichnet sie als den bewaffneten Arm der in Ägypten als Terrororganisation eingestuften islamistischen Muslimbrüder.

Im Internet kursierte eine Stellungnahme der Hasm-Bewegung, in der sie den Angriff für sich reklamiert. Die Extremisten erklärten, sie hätten 56 Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht überprüfen. Einen derart schweren Angriff hatte die Hasm-Bewegung bisher nicht verübt.

Anmerkung: In einer früheren Artikelversion war in der Überschrift und im Text von mindestens 50 getöteten Polizisten die Rede. Das hatten zwei Nachrichtenagenturen unabhängig voneinander berichtet. Die ägyptische Regierung teilte allerdings mit, dass es sich um 16 Opfer handele. Aufgrund der unterschiedlichen Angaben haben wir die entsprechenden Textstellen angepasst.

mho/dpa/AFP



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