Kairo - Die Politposse um den ägyptischen Generalstaatsanwalt Abdelmagid Mahmud ist offenbar beendet: Der umstrittene Jurist bleibt im Amt. Man habe eine Einigung erzielt, erklärte Mahmud nach einem Treffen mit Präsident Mohammed Mursi und dessen Beratern. Der ägyptische Vizepräsident Mahmud Mekki und staatliche Medien bestätigte die Angaben.
Während einer Pressekonferenz hatte Mahmud zuvor aufgebracht betont, er werde seinen Posten nicht verlassen - außer er werde ermordet.
Muslimbruder Mursi hatte am Donnerstag versucht, den Generalstaatsanwalt zu entlassen. Er hat für diesen Schritt vor allem von islamischen Gruppierungen Zuspruch bekommen - sie machen Mahmud für den umstrittenen Freispruch von 24 Anhängern des früheren Machthabers Husni Mubarak verantwortlich.
Da nach ägyptischem Recht der Präsident den Generalstaatsanwalt nicht entlassen kann, wollte Mursi ihn auf einen Botschafterposten im Vatikan abschieben. Mahmud, der noch zu Zeiten des alten Regimes ins Amt gekommen war, weigerte sich jedoch zu gehen - und wurde von einflussreichen Richtern unterstützt. Sie warfen dem Präsidenten vor, sich unrechtmäßig in die Justiz einzumischen.
Der Konflikt war am Freitag einer der Auslöser der gewalttätigen Auseinandersetzungen auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt.
Mahmuds Stellvertreter Adel Said sprach nun von einem "Missverständnis" in Bezug auf die Nominierung Mahmuds für den Botschafterposten im Vatikan.
hut
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