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Ägypten: Gericht ordnet Freilassung von Mubarak-Söhnen an

Alaa und Gamal Mubarak sitzen wegen Korruption in Haft. Ein Gericht hat nun die Freilassung der Söhne des ägyptischen Ex-Machthabers angeordnet. Präsident Sisi plant außerdem die Entlassung von rund 600 Häftlingen.

Kairo - Eine Woche nach der aufgehobenen Verurteilung gegen den ehemaligen ägyptischen Machthaber Hosni Mubarak folgt nun auch die Freilassung seiner Söhne: Ein Gericht hat sie angeordnet. Das bestätigte ihr Anwalt der Nachrichtenagentur Reuters. Die Agentur AFP beruft sich bei der Meldung auf Staatsmedien.

Der Anwalt der Söhne, Farid al-Deeb, sagte, die beiden hätten die Höchstdauer der Untersuchungshaft im Gefängnis verbracht. Ein Berufungsgericht hatte Mitte Januar das Urteil gegen Mubaraks Söhne kassiert, die zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden waren. Der Prozess wird neu aufgerollt.

Das Urteil gegen die Brüder war im Zuge derselben Gerichtsentscheidung aufgehoben worden, bei der auch eine Verurteilung von Ex-Präsident Mubarak zu drei Jahren Haft wegen Korruptionsvorwürfen widerrufen wurde. Dieser war wenige Monate zuvor bereits vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord freigesprochen worden. Das Gericht hatte die Freilassung des 86-jährigen Langzeitmachthabers angeordnet. Auch dieser Prozess wird nun neu aufgerollt.

Sisi plant Amnestie

Zum vierten Jahrestag der Revolution plant Präsident Abdel Fattah el-Sisi eine groß angelegte Amnestie: Am kommenden Sonntag sollen laut Medienberichten 584 Häftlingen entlassen werden. Sisi habe ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, berichtete die Staatszeitung "Al-Ahram" und beruft sich auf das Innenministerium.

Am 25. Januar 2011 begann in Ägypten der Aufstand gegen Mubarak. Seit Juni 2014 wird Ägypten von dem ehemaligen Armeegeneral Sisi regiert, der den im Sommer 2013 demokratisch gewählten islamistischen Präsidenten Mohamed Morsi gestürzt hatte.

Das Land fährt seitdem einen harten Kurs gegen Oppositionelle und Muslimbrüder. Vor allem Letztere wurden zu Tausenden festgenommen, zu Hunderten zum Tode verurteilt. Auch prominente Blogger und Demokratie-Aktivisten der Revolution sind hinter Gittern. Etwa weil sie gegen ein neu erlassenes verschärftes Demonstrationsgesetz protestiert hatten.

vek/dpa/Reuters/AFP

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