Mutmaßliche Islamisten Ägyptisches Gericht hebt 149 Todesurteile auf

Gnade für 149 Muslimbrüder: Ein Gericht in Kairo hat eine ganze Reihe wegen blutiger Unruhen verhängter Todesurteile annulliert.

Muslimbrüder-Protest in Kairo (Archivbild): Immer wieder heben Gerichte zahlreiche Todesurteile auf
AFP

Muslimbrüder-Protest in Kairo (Archivbild): Immer wieder heben Gerichte zahlreiche Todesurteile auf


Ein ägyptisches Berufungsgericht hat Todesurteile gegen 149 Angeklagte wegen der tödlichen Unruhen nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohamed Morsi im August 2013 aufgehoben.

Die mutmaßlichen Islamisten waren im Februar 2015 in einem Massenprozess zum Tode verurteilt worden. Die Richter in Kairo ordneten jetzt an, das Verfahren neu aufzurollen.

Bei den Unruhen im August 2013 waren in einem Kairoer Vorort 13 Polizisten getötet worden. Am selben Tag gingen ägyptische Soldaten und Polizisten mit großer Härte gegen Anhänger des zuvor entmachteten Morsi vor. Damals gab es mehr als 700 Tote. Eine Begründung für die Entscheidung der Richter lag zunächst nicht vor. Das Gericht hatte bereits in ähnlichen Verfahren Hunderte Todesurteile aufgehoben.

Seit der Entmachtung Morsis geht die ägyptische Regierung gegen dessen Anhänger vor. Die in mehreren Massenprozessen verhängten Todesurteile gegen Hunderte Unterstützer Morsis sorgten international für Empörung. Sieben Verurteilte wurden seit dem Machtwechsel hingerichtet.

cht/AFP



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