Gotteslästerung Ägyptens Justizminister stürzt über Aussage zu Propheten

Er wollte wohl die Unnachgiebigkeit der Justiz betonen, doch die Aussage kostete ihn das Amt: Ägyptens Justizminister hatte gesagt, er würde Verleumder einsperren, "selbst wenn sie ein Prophet wären".


Ägyptens Justizminister ist entlassen worden, weil er im Fernsehen über die mögliche Inhaftierung eines Propheten geredet hatte. Ahmed al-Send hatte in einer TV-Sendung auf die Frage, ob er auch Journalisten einsperren würden, die er der Verleumdung beschuldigt, geantwortet: "Selbst, wenn sie ein Prophet wären."

Ein schnell hinterhergeschobenes "Gott möge mir vergeben" und mehrere Entschuldigungen halfen im religiösen Ägypten nichts: Ministerpräsident Scherif Ismail ließ den Muslim Send am Sonntag freistellen, nachdem viele Bürger seinen Rücktritt und eine Anklage wegen Gotteslästerung gefordert hatten.

Die Regierung um Präsident Abdel Fattah al-Sisi ist seit 2015 im Amt. Er regiert inzwischen so autoritär wie einst Hosni Mubarak, der 2011 nach Massenprotesten im sogenannten Arabischen Frühling abgesetzt wurde.

sun/dpa



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