Ägypten Gericht bestätigt Todesurteil gegen Morsi

Keine Gnade für Mohammed Morsi: Ein Gericht in Kairo hat das Todesurteil gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten  bestätigt. Zuvor war er in einem anderen Fall zu lebenslang verurteilt worden.

Mohamed Morsi: Keine Gnade für Ägyptens Ex-Staatschef
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Mohamed Morsi: Keine Gnade für Ägyptens Ex-Staatschef


Ägyptens früherer Staatschef Mohamed Morsi entkommt der Todesstrafe nicht: Am Dienstag hat ein Gericht in Kairo das Urteil gegen den früheren Staatschef von Ägypten bestätigt. Morsi soll sich Anfang 2011 mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah dazu verschworen haben, einen Gefängnisausbruch zu organisieren.

Ausschlaggebend war offenbar die beratende Stellungnahme durch Ägyptens Mufti: Denn jedes Urteil muss von der obersten religiösen Autorität des Landes bestätigt werden, ehe es vollstreckt werden kann. Die islamischen Richter hatten in den vergangenen Tagen über das Gutachten des Muftis beraten. Die Verurteilten können aber noch in Berufung gehen.

Wenige Stunden zuvor war Morsi bereits wegen Spionage zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er wurde in dem Fall für schuldig befunden, für die Hamas, die Hisbollah-Miliz und Iran spioniert haben.

In dem Prozess vor einem Gericht in Kairo wurden bereits 16 Mitangeklagte zum Tode verurteilt, weil sie zwischen 2005 und 2013 Geheimdokumente ins Ausland geliefert haben sollen. Diese Urteile wurden nun bestätigt.

Morsi war der erste demokratisch gewählte Staatschef Ägyptens und vor knapp zwei Jahren gestürzt worden.

als/Reuters/dpa/AFP



insgesamt 24 Beiträge
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spon_297 16.06.2015
1. Es
Lebe die Demokratie. Vielen Dank Frau Merkel, dass Sie Herrn Sisi hier empfangen haben. Ich bin mir sicher, dass Sie sehr viel über die massenhaften Todesurteilen gesprochen haben.
gustav77 16.06.2015
2. alles sehr undurchsichtig
Es ist sehr zu bezweifeln, dass die Anklagen in Ägypten gerechtfertigt sind. Mursi ist zwar Islamist, doch die Anschuldigungen sind äußerst bedenklich, eine klare Beweislage gibt es nicht. As- Sisi räumt offenbar alles, was sich ihm in den Weg stellt. Dazu gehören auch pro-Demokratische Aktivisten.
ornitologe 16.06.2015
3. Demokratie
in Reinkultur. "Der gewählte Präsident gefällt uns doch nicht so - dann schicken wir mal das Militär und lassen ihn verhaften." Wenn das kein demokratischer Ausfluss eines Volkswillens ist. Und damit es keine störenden Nachfragen gibt - schnellstmöglich Rübe runter. Gratulation Ägypten!
osmanian 16.06.2015
4. Mufti und sein Ansehen
In der Islamischen Welt wird die "El Ezhar Uni" (für Muftis und Imame) mittlerweile als nicht Rein angesehen und mit der Zustimmung des Mufti für Tod von Mursi ist es entgültig vorbei mit Reinheit der Islamischen Oberhaupt in Ägypten. Er kann weder außer Ägypten noch innerhalb Ägyptens ruhig verkehren und Dialoge aufbauen. Muss wie Erdogan mit tausend Leibwächtern leben. Daher wird er wohl rasch ausgetauscht werden müssen
colada 16.06.2015
5. Die ewige...
Spirale der Gewalt nimmt einfach kein Ende. Wann kapieren manche Menschen eigentlich, das Todesurteile kein Opfer wieder lebendig machen und nur gewaltsame Reaktionen provozieren. Ich bin dankbar, dass in Deutschland diese Form der Strafe abgelehnt wird.
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