Süd-Sinai und Kairo Anschlagserie in Ägypten - mindestens fünf Tote

Drei Selbstmordattentäter haben sich auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel zeitgleich in die Luft gesprengt. Ein Soldat kam dabei ums Leben. Bei einem weiteren Bombenanschlag in Kairo wurde ein Polizist getötet.


Al-Arisch - Eine Reihe von Anschlägen hat am Freitag die ägyptische Sinai-Halbinsel und Kairo erschüttert. Vor einer Straßensperre der Armee im Wadi al-Tur in der Provinz Süd-Sinai zündeten zwei Selbstmordattentäter ihre Gürtel. Ein Soldat starb, mindestens sechs Polizisten wurden verletzt. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa in Berufung auf Sicherheitskreise. Der dritte Attentäter sprengte sich demnach in Ras Sara vor einem Bus in die Luft, in dem Mitarbeiter eines lokalen Tourismusunternehmens saßen. Fünf Businsassen wurden verletzt.

In Kairo kam es ebenfalls zu einem Zwischenfall: Dort explodierte den Sicherheitskreisen zufolge ein Sprengsatz vor einem Verkehrssicherheitsposten in der Nähe eines Gerichts. Ein Polizist starb, vier weitere wurden verletzt. Bislang hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt. Extremisten nehmen jedoch häufig Sicherheitskräfte als Attentatsziele ins Visier. Insbesondere auf dem Sinai, wo mehrere Rebellengruppen aktiv sind, gibt es regelmäßig Anschläge.

Die Vorfälle belegen, wie instabil die Sicherheitslage unmittelbar vor der für Ende Mai geplanten Präsidentenwahl ist. Verschärft haben sich die Spannungen auch durch das massive Vorgehen der Behörden gegen die Muslimbrüder, die den vom Militär gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi unterstützen. Erst vor wenigen Tagen hatte ein Gericht erneut Hunderte von ihnen zum Tode verurteilt.

vks/dpa/AFP/Reuters



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