Ägyptens Ex-Präsident Mohamed Morsi zum Tode verurteilt

Der frühere ägyptische Präsident Mohamed Morsi ist wegen Spionage zum Tode verurteilt worden. Er soll sich 2011 mit Hamas und Hisbollah verschworen haben. Jetzt muss die oberste religiöse Autorität des Landes, der Mufti, das Urteil prüfen.


Knapp zwei Jahre nach seinem Sturz durch die Armee hat ein Gericht in Kairo Ägyptens Ex-Präsidenten Mohamed Morsi zum Tode verurteilt. Er soll sich Anfang 2011 mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah verschworen haben.

In dem Prozess ging es um Gefängnisausbrüche während der Revolte gegen Morsis Vorgänger Hosni Mubarak. Das Gericht verhängte auch gegen mehr als hundert weitere Angeklagte die Todesstrafe. Das Urteil muss aber erst von der obersten religiösen Autorität des Landes, dem Mufti, bestätigt werden, ehe es vollstreckt werden kann. Laut der Nachrichtenagentur dpa kann dagegen auch noch Berufung eingelegt werden.

Morsi war nach dem Sturz Mubaraks als Kandidat der Muslimbruderschaft zum Präsidenten gewählt worden. Das Militär unter der Führung des heutigen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi entmachtete ihn im Juli 2013 nach Massenprotesten gegen seine Herrschaft.

Seitdem verfolgt der Staat die ägyptischen Muslimbrüder mit großer Härte. Morsi und Tausende weitere Islamisten sitzen in Haft. Das Urteil gegen den Ex-Präsidenten sei politisch, protestierte die Muslimbruderschaft. Die internationale Gemeinschaft müsse einschreiten.

Zuletzt war Morsi in einem anderen Verfahren wegen des Todes von Demonstranten zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

hut/dpa/AFP/Reuters



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insgesamt 102 Beiträge
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makksi14 16.05.2015
1. Dieses Militärregime...
... macht mir zunehmend mehr Angst. klar sie versuchen ihre Position zu stärken, indem sie ,, hart" durchgreifen. Doch so langsam hab ich das Gefühl die bringen einfach jeden um der anders tickt... bin natürlich kein Freund der Muslimbruderschaft oder wie die da heißen, aber si geht das nicht, da ist Chaos und Gewalt vorprogrammiert
lionfighter 16.05.2015
2. so macht man das,
wenn man als autoritäres Regime verhindern will, dass die Wahrheit ans Licht kommt
spon_297 16.05.2015
3. Na
Ägypten entwickelt sich ja zur Musterdemokratie. Ach ja wie geht's dem Mubarak. Der sitzt wohl immer noch in dem 5-Sterne Krankenhaus in Cairo. Und nein es war kein Putsch.
tommahawk 16.05.2015
4. Chaos in Ägypten
Die Einführung demokratischer Wahlen hat die Muslimbrüderschaft und damit Mursi nach oben gespült. Super Idee, lieber Ex-Aussenminister Westerwelle, in diesen Ländern Demokratie einführen zu wollen. Das war ein Griff ins Klo. Da kommt nicht Gutes dabei heraus. Leider! Solange diese Länder noch solch einen unterdurchschnittlichen Bildungsstand haben, und solange radikale, intolerante Religiosität das Handeln bestimmt, solange dürften Diktaturen den Menschen deutlich besser bekommen als jede andere Staatsform.
joG 16.05.2015
5. obwohl es vermutlich stimmt, dass er. ....
.....Dinge tat, die als Hochverrat und Spionage ausgelegt werden könnten, ist die Todesstrafe in einer quasi Diktatur etwas suspekt. Ausserdem war er nicht wirklich sehr verlogen in seinem Tun. Jeder wusste mehr oder minder wofür er stand, was er vor hatte und er dann auch tat.
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